Datum07.05.2026 02:35
Quellewww.spiegel.de
TLDREin US-Richter hat eine handschriftliche Notiz freigegeben, die angeblich von Jeffrey Epstein stammt und kurz vor seinem Tod verfasst wurde. Ein ehemaliger Zellengenosse behauptet, die Notiz, die über seinen Tod spekuliert und ihm einen "Abschied" ermöglicht, im Juli 2019 gefunden zu haben. Ob das Schreiben tatsächlich Epsteins Abschiedsworte sind, ist offiziell nicht bestätigt und wird im Justizministerium nicht erwähnt.
InhaltWenige Wochen vor seinem Tod soll Jeffrey Epstein einen Abschiedsbrief verfasst haben. Das behauptet zumindest sein ehemaliger Zellengenosse. Das Schreiben war lange unter Verschluss. Nun wurde der Inhalt bekannt. Ein amerikanischer Richter hat am Mittwoch (Ortszeit) einem Antrag der "New York Times" stattgegeben – und eine handschriftliche Notiz freigegeben, die mutmaßlich von dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stammt. Dessen einstiger Zellengenosse Nicholas Tartaglione behauptet, das Schreiben auf einem gelben Papier im Juli 2019 in einem Comicbuch gefunden zu haben. Am 23. Juli überlebte Epstein einen mutmaßlichen Suizidversuch. Vergangene Woche hatte die "NYT" beantragt, diese Notiz sowie weitere Schriftstücke im Fall Tartaglione freizugeben. Richter Kenneth Karas in White Plains gab dem nun statt. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Sie haben monatelang gegen mich ermittelt – und nichts gefunden!!!", heißt es in der kurzen Notiz, die an einigen Stellen schwer zu entziffern ist. "Es ist ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied aussuchen zu können", steht darin weiter geschrieben. Sie endet mit folgenden Worten in Großbuchstaben: "Kein Spaß – Lohnt sich nicht!!" Ob es sich bei dem Schriftstück tatsächlich um Epsteins Abschiedsworte handelt, ist offiziell nicht bestätigt. Der Brief ist nicht Teil der vom US-Justizministerium freigegebenen Akten zum Fall Epstein. Das Ministerium gab laut "NYT" an, die Notiz noch nie gesehen zu haben. Tartaglione verbüßt wegen vierfachen Mordes eine lebenslange Haftstrafe. Der ehemalige Polizist habe die Notiz seinen Anwälten gegeben, um Vorwürfe zu entkräften, er habe Epstein angegriffen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Mitinsassen. Nach dem ersten mutmaßlichen Suizidversuch hatte Epstein erklärt, dass er nicht versucht habe, sich umzubringen, sondern von Tartaglione angegriffen worden sei. Der Sexualstraftäter erklärte damals gegenüber Gefängnismitarbeitern auch, dass er nicht suizidgefährdet sei. Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Zugleich unterhielt er Kontakt zu höchsten Kreisen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Vor fast 20 Jahren kamen die Vorwürfe erstmals vor Gericht, und Epstein bekannte sich in einigen Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär erneut festgenommen (lesen Sie hier eine Chronologie des Falls). Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb Epstein am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.