Ölhandel: Frankreich wirbt für internationalen Einsatz in Straße von Hormus

Datum07.05.2026 00:11

Quellewww.zeit.de

TLDRFrankreich wirbt für eine multinationale Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Präsident Macron appelliert an den Iran, eine solche neutrale, defensive Mission zuzulassen, um das Vertrauen der Reedereien wiederherzustellen. Er will auch US-Präsident Trump überzeugen und sieht darin eine Chance, Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und die regionale Lage voranzutreiben. Frankreichs eigener Flugzeugträger wurde bereits in die Nähe des Einsatzortes verlegt.

InhaltFrankreichs Präsident Macron appelliert an den Iran, eine multinationale Mission zur Sicherung der Schifffahrt zuzulassen. Auch US-Präsident Trump wolle er überzeugen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wirbt wegen der ungelösten Spannungen zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus für einen multinationalen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt. Eine solche von Frankreich und Großbritannien angeregte Mission könne dazu beitragen, das Vertrauen der Reedereien und Versicherer wiederherzustellen, schrieb Macron im Kurznachrichtendienst X. Macron hatte zuvor mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian telefoniert und diesen ermutigt, die britisch-französischen Pläne für einen neutralen Einsatz an der Meerenge zu prüfen. Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen, sagte Macron. Der französisch-britische Plan sei defensiv und stehe im Einklang mit dem Völkerrecht. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump besprechen, schrieb Macron. "Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen", schrieb Macron. "Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen." Frankreich habe bereits den Flugzeugträger Charles de Gaulle durch den Suezkanal ins Rote Meer gefahren, fügte Macron hinzu. Dieser wird nach Angaben des französischen Militärsprechers Guillaume Vernet so positioniert, dass er nahe genug am möglichen Einsatzort sei, um zu handeln, wenn die Voraussetzungen gegeben seien. Nach Auskunft eines französischen Spitzenbeamten wolle Frankreich "die Botschaft vermitteln, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus zu sichern, sondern dass wir dazu auch in der Lage sind". Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, verfolgt der französische Ansatz das Ziel, die USA zu einer Aufgabe ihrer Seeblockade zu bringen, um damit im Gegenzug den Iran zu grundlegenden Verhandlungen und der Aufgabe der Blockade der Straße von Hormus zu bewegen. Frankreich habe sich mit seinen engen Partnern abgestimmt, sagte ein hoher Diplomat der Nachrichtenagentur. Irans Präsident Peseschkian betonte iranischen Staatsmedien zufolge in dem Telefonat die Bereitschaft seines Landes, diplomatische Wege zur Beendigung des Krieges zu verfolgen. Zugleich verwies er auf das Misstrauen gegenüber den USA. Dies liege an den feindseligen Handlungen der amerikanischen Seite, die den Iran zuletzt während der Verhandlungen zweimal angegriffen habe. Die für den globalen Ölhandel kritische Straße von Hormus ist seit Wochen blockiert. Der Iran hatte die Meerenge nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe faktisch gesperrt und Frachtschiffe beim Versuch der Durchfahrt mit Attacken gedroht. Später begannen die USA ihrerseits, Ölschiffe an der Passage zu iranischen Häfen zu hindern. Frankreich, Großbritannien und andere Staaten hatten Mitte April über einen eigenen Plan zur Sicherung der Meerenge beratschlagt. Auch die Bundesregierung hatte an den Gesprächen teilgenommen. Verfolgen Sie alles Wichtige zum Irankrieg in unserem Liveblog.