Datum06.05.2026 22:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRUS-Präsident Trump sieht eine Einigung mit Iran zur Beendigung des Konflikts nahe, Iran prüft diese. Medienberichten zufolge soll es ein Moratorium für die Urananreicherung und die Übergabe angereicherten Urans an die USA geben. Gleichzeitig droht Trump mit "größeren und intensiveren" Bombardierungen bei Scheitern der Verhandlungen.
InhaltDie USA und Iran sind laut Donald Trump einer Vereinbarung nahe. Iran prüft eigenen Angaben nach das Abkommen. Medien berichten über ein Moratorium für die Urananreicherung des Landes. Der Überblick. US-Präsident Donald Trump sieht die USA nach eigenen Worten kurz vor einer Einigung mit Iran zur Beendigung des Konflikts. Man sei "sehr nah dran", sagte Trump dem US-Sender "PBS" laut dem Transkript eines Telefoninterviews . Eine Einigung könne möglicherweise noch vor seiner China-Reise in der kommenden Woche zustande kommen. Nach Darstellung des US-Präsidenten hat Iran zugestimmt, keine Atomwaffen zu besitzen. Iran dürfe keine Atomwaffe haben, "und sie haben dem zugestimmt", das sagte er bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Im gleichen Zuge drohte er Iran. Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, Iran "in Grund und Boden zu bombardieren", sagte Trump bei "PBS". In seinem Onlinedienst Truth Social schrieb er: "Wenn sie nicht zustimmen, beginnen die Bombardierungen, und zwar leider in einem weitaus größeren Umfang und mit einer weitaus höheren Intensität als vorher". Iran erklärte indes, das Abkommen werde noch geprüft. Teheran werde "seine Positionen endgültig festlegen" und sie dem Vermittler Pakistan mitteilen, sagte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei laut der Nachrichtenagentur Isna. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif, dessen Land in dem Konflikt als Vermittler auftritt, zeigte sich "zuversichtlich", dass es einen dauerhaften Frieden geben könne. Nach übereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer einseitigen Absichtserklärung mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden. Diskutiert werden demnach auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Dort hatte Iran zuletzt den Schiffsverkehr stark eingeschränkt und die USA eine Blockade gegen iranische Häfen aufgebaut. Trump bestätigte in dem Interview mit "PBS" mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das "Wall Street Journal", der Sender CNN und das Nachrichtenportal "Axios" berichtet hatten. Dieses sieht demnach vor, dass Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben soll. Auf die Frage, ob das Material möglicherweise in die USA gebracht werden solle, antwortete Trump: "Nein, nicht vielleicht. Es geht in die Vereinigten Staaten." Zudem bestätigte Trump, dass Iran im Rahmen der Vereinbarung zusichern solle, keine unterirdischen Nuklearanlagen zu betreiben. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf einen iranischen Vertreter, dass ein langjähriges Moratorium für iranische Urananreicherung vorgesehen sei. Danach dürfte Iran laut einem Vorschlag möglicherweise Uran wieder bis auf 3,67 Prozent Reinheit anreichern. Laut Trump hingegen ist Letzteres nicht Teil der Vereinbarung. Vor dem Hintergrund von Berichten über die mögliche Einigung hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu betont, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus Iran sowie der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten. Die USA hatten am Montag ihren Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus mit dem Namen "Projekt Freiheit" begonnen. Ziel des Einsatzes war laut Trump, Schiffe aus der Meerenge hinaus zu "geleiten". Den Militäreinsatz setzte er jedoch nur einen Tag nach dessen Beginn vorläufig aus. Der Einsatz werde "für eine kurze Zeit pausiert, um zu sehen, ob das Abkommen finalisiert und unterzeichnet werden kann oder nicht", erklärte Trump am Dienstag. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings in Kraft, erklärte Trump. Am Mittwoch hatte das US-Militär nach eigenen Angaben dann einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Von einem US-Kampfflugzeug seien mehrere Schüsse auf das Schiff abgefeuert worden, nachdem es Warnungen der USA, dass es die US-Seeblockade verletze, ignoriert habe, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Der Laser "Iron Beam" soll am Golf vor iranischen Drohnen schützen. Die Technik hat einen enormen Vorteil: der Abschuss kostet pro Flugobjekt nur wenige Cents. Warum das System gleich vor seiner ersten Bewährungsprobe steht .