Datum06.05.2026 22:18
Quellewww.spiegel.de
TLDREine deutsche Frau mit Hantavirus-Verdacht wurde nach Evakuierung vom Flughafen Amsterdam nach Düsseldorf gebracht. Sie wird auf der Universitätsklinik untersucht. Drei Personen, darunter zwei Besatzungsmitglieder und die deutsche Frau (eine Kontaktperson einer Verstorbenen), wurden von einem Kreuzfahrtschiff nach Hantavirus-Ausbrüchen vor den Kapverden an Land gebracht. Drei Personen starben bisher.
InhaltDrei Passagiere der "Hondius" haben das Schiff nach einem Hantavirusausbruch am Mittwoch verlassen. Medienberichte zufolge ist eine von ihnen deutsch und soll nun in Düsseldorf in einer Klinik untersucht werden. Die Düsseldorfer Feuerwehr hat eine deutsche Frau, die sich möglicherweise auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" mit dem Hantavirus infiziert haben könnte, nach deren Evakuierung vom Flughafen Schiphol bei Amsterdam in den Niederlanden abgeholt. Das bereichtet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf einen Sprecher der Feuerwehr. Demnach sei ein Konvoi von sechs Fahrzeugen mit der Frau in Richtung Düsseldorf unterwegs. Die Einsatzkräfte trügen Spezialanzüge, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Krankenwagen und Feuerwehrautos aus Deutschland hatten am Flughafen gewartet. Die Feuerwehr hatte erklärt, sie wolle eine "Kontaktperson mit möglichem Hantavirus-Bezug" von Amsterdam mit einem "Hochrisikotransport" zur Universitätsklinik Düsseldorf bringen. Der Zustand der Frau sei "stabil, derzeit zeigt sie keine Symptome einer Infektion", erklärte die Feuerwehr am Abend nach der Übergabe am Flughafen Schiphol. Am Vormittag waren drei Menschen wegen Hantavirus-Verdacht im Hafen der kapverdischen Hauptstadt Praia von Bord des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" geholt worden. Dabei handelte es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden, die nach Angaben des Kreuzfahrtveranstalters Oceanwide Expeditions schwer erkrankt sind. Bei der dritten Person soll es sich nach Angaben des niederländischen Außenministeriums um die 65-jährige Deutsche handeln, schreibt die AFP. Die Frau war offenbar eine Kontaktperson einer am 2. Mai auf dem Schiff gestorbenen Deutschen. Die beiden erkrankten Hantavirus-Patienten wurden mit einem anderen Flugzeug von den Kap Verden ausgeflogen. Die niederländische Fluggesellschaft KLM meldet zudem , dass bereits Ende April eine Reisende nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch "kurzzeitig" an Bord einer ihrer Passagiermaschinen gewesen sei. "Wegen des Gesundheitszustands der Passagierin zu diesem Zeitpunkt habe die Besatzung jedoch entschieden, sie nicht auf diesem Flug mitreisen zu lassen", erklärte KLM. Die Angaben bezogen sich demnach auf den Flug von Johannesburg nach Amsterdam am 25. April. "Nachdem die Person aus dem Flugzeug gebracht worden war, startete der Flug in Richtung Niederlande", fügte KLM hinzu. Die niederländischen Gesundheitsbehörden kontaktieren derzeit "vorsorglich" die Passagiere, die sich an Bord dieses Fluges befunden hätten. Laut der Nachrichtenagentur AFP könnte es sich bei der Person um eine Frau handeln, die am 24. April die "Hondius" in Richtung Johannesburg verlassen hatte, nachdem ihr Mann an Bord gestorben war. Sie starb am 26. April in Johannesburg. Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" lag seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem zuvor das Virus an Bord festgestellt worden war. Insgesamt drei Menschen starben bisher an den Folgen. Am Mittwochabend legte das Schiff ab Richtung Teneriffa auf den Kanarischen Inseln. Lesen Sie auch: Drei Passagiere der "Hondius" sind gestorben, drei weitere wurden am Mittwoch von Bord gebracht. Nun darf das Schiff Europa ansteuern. Fachleute erklären, was das für das Sicherheitsmanagement bedeutet .