Datum06.05.2026 21:39
Quellewww.spiegel.de
TLDRIsrael bombardierte erstmals seit drei Wochen wieder einen Beiruter Vorort. Ziel sei ein Hisbollah-Kommandeur der Radwan-Einheit gewesen. Nach israelischen Angaben wurden er und weitere Kämpfer getötet. Der Angriff erfolgte nach Geheimdienstinformationen. Trotz einer seit dem 17. April bestehenden Waffenruhe kommt es weiterhin zu täglichen Gefechten zwischen Israel und der Hisbollah, besonders im Norden Israels und im Südlibanon.
InhaltDie seit drei Wochen geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah wird fast täglich gebrochen. Jetzt hat Israel zum ersten Mal wieder einen Beiruter Vorort bombardiert. Das Ziel soll ein Kommandeur der Hisbollah gewesen sein. Erstmals seit Beginn der Waffenruhe vor etwa drei Wochen hat Israel wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. Der israelische TV-Sender "Chadschot 13 " berichtete, nach israelischen Informationen seien der Radwan-Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Kämpfer getötet worden. Der Angriff sei gegen 20 Uhr Ortszeit erfolgt, nachdem die Luftwaffe einen Hinweis des israelischen Geheimdienstes erhalten habe. Balut soll sich demnach in einer Wohnung in dem Vorort Dahija versteckt gehalten haben. Die Luftwaffe habe rund zehn schwere Bomben abgeworfen. Im Norden Israels herrsche in Erwartung einer möglichen Eskalation erhöhte Alarmbereitschaft. Anwohner in Beirut berichteten von lauten Explosionen. Auf den Straßen brach Augenzeugen zufolge Panik aus. Viele Fahrer warteten mit ihren Autos am Straßenrand, anstatt ihren Weg fortzusetzen. Bewohner aus den südlichen Vororten flohen. "Als wir die Explosionen gehört haben, sind wir die Treppen hinuntergerannt und geflohen", sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur dpa. Obwohl seit dem 17. April offiziell eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel gilt, kommt es weiterhin täglich zu gegenseitigen Angriffen. Seit Anfang März hatte sich der Konflikt im Zuge der regionalen Eskalation erneut deutlich verschärft, nachdem Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon, begleitet von schweren Gefechten im Grenzgebiet. Am Sonntag hatte die israelische Armee neue Evakuierungsaufrufe für Ortschaften außerhalb des von ihr kontrollierten Gebietes im Süden des Libanon herausgegeben.