Datum06.05.2026 20:21
Quellewww.spiegel.de
TLDRFrankreich verlegt seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle und Begleitschiffe zur Straße von Hormus. Dies dient der Vorbereitung einer multinationalen Marine-Mission unter französischer und britischer Führung zur Absicherung von Handelsschiffen nach Ende der Kampfhandlungen. Über 40 Länder unterstützen die Mission. Die Verlegung soll die Reaktionszeit verkürzen und operative Erkundung ermöglichen, unabhängig von aktuellen Konflikten, die jedoch zu einer Blockade der Straße von Hormus führten.
InhaltZur Vorbereitung einer Mission zur Absicherung von Handelsschiffen hat Frankreich einen Flugzeugträger in Stellung gebracht. So soll die Zeitspanne für einen möglichen Einsatz verkürzt werden. Frankreich verlegt seinen Flugzeugträger Charles de Gaulle und dessen Begleitschiffe näher an die Straße von Hormus heran. Die Schiffe würden in Vorbereitung einer neutralen Marine-Mission gen Meerenge bewegt, teilte das Verteidigungsministerium in Paris mit. Sie hätten den Suezkanal passiert und Kurs auf das südliche Rote Meer genommen. Damit solle die Zeitspanne bis zur Umsetzung einer Marine-Mission verkürzt werden, die nach einem Ende der Kampfhandlungen beginnen soll. Die Mission wird unter Führung von Frankreich und Großbritannien vorbereitet. Ziel des multinationalen Vorhabens ist es, Handelsschiffe bei der Fahrt durch die Meerenge zu begleiten und abzusichern. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert. Auch Deutschland verlegt das Minenjagdboot "Fulda" in Richtung Mittelmeer. Die Verlegung der Schiffe diene der operativen Erkundung und Vorbereitung der Mission und solle der Handelsschifffahrt Sicherheit geben, teilte das Ministerium in Paris mit. Außerdem biete sie zusätzliche Optionen für einen Ausweg aus der Krise. Die Bewegung der französischen Schiffe habe mit der militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran nichts zu tun, betonte das Ministerium. Kurz zuvor war ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM in der Straße von Hormus angegriffen worden. Mitglieder der Crew wurden verletzt und evakuiert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter "San Antonio" wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt. Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht, auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Nach Beginn des Irankriegs hatte Teheran den Schiffsverkehr durch die für die Weltwirtschaft wichtige Straße von Hormus weitgehend unpassierbar gemacht. Durch die Blockade wurden Hunderte Schiffe gestoppt, etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels kam praktisch zum Erliegen. Am Montag hatten die USA einen Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Meerenge begonnen. Zuletzt kündigte US-Präsident Donald Trump aber an, diesen "für kurze Zeit" auszusetzen.