Datum06.05.2026 17:31
Quellewww.zeit.de
TLDRNordrhein-westfälische Unternehmen fordern von der Bundesregierung "Mut zur Veränderung", da viele frustriert über mangelnde Reformen seien. Der nordrhein-westfälische Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff kritisierte, dass die deutsche Wirtschaft seit sieben Jahren nicht mehr wachse und Nordrhein-Westfalen einen Produktionsrückgang von 20 Prozent seit 2018 verzeichne. Er mahnte ein Reformpaket zur Kostensenkung, Stärkung der Arbeit und Belohnung von Leistung an, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Wohlstand zu sichern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wirtschaftspolitik“. Lesen Sie jetzt „NRW-Firmen fordern von Bundesregierung "Mut zur Veränderung"“. Der nordrhein-westfälische Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff hat in Anwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Bundesregierung aufgefordert, "Mut zur Veränderung" zu zeigen. "Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind frustriert und enttäuscht über die mangelnde Reformfähigkeit der Politik", erklärte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW anlässlich des Unternehmertags seiner Organisation in Düsseldorf. An der Veranstaltung nahmen rund 500 Menschen teil. Merz war nach Kirchhoff als Festredner vorgesehen. Es sei höchste Zeit für ein Reformpaket, das Kosten senkt, Arbeit stärkt, Leistung belohnt und Vertrauen zurückgewinnt, so Kirchhoff. Die deutsche Wirtschaft sei seit sieben Jahren nicht mehr gewachsen. Im "industriellen Kernland" Nordrhein-Westfalen sei die Produktion seit 2018 um 20 Prozent eingebrochen. Derzeit gingen dort monatlich rund 2.800 Industriearbeitsplätze verloren. "Wir erleben hier die strukturelle Erosion unserer Volkswirtschaft", sagte Kirchhoff. Deutschland habe jahrelang Reformen verpasst. Die Bundesregierung stehe nun vor der Herausforderung, die Versäumnisse der letzten beiden Jahrzehnte zu korrigieren, so der Unternehmerpräsident. "Wer Reformen weiter aufschiebt, entscheidet sich für einen weiteren Verlust der Wettbewerbsfähigkeit." An SPD und Gewerkschaften gewandt erklärte der Verbandspräsident, dass die Unternehmen in NRW fest zur sozialen Marktwirtschaft stünden. Niemand gebe den Beschäftigten die Schuld für die Wirtschaftskrise. Niemand wolle auch nur im Entferntesten einen sozialen Kahlschlag. Wer jetzt aber nicht zu Veränderungen bereit sei, setze Wohlstand und soziale Sicherheit aufs Spiel. Unternehmer NRW ist der Dachverband der nordrhein-westfälischen Unternehmerverbände. Sie vertreten insgesamt rund 80.000 vor allem mittelständische Betriebe mit etwa drei Millionen Beschäftigten. © dpa-infocom, dpa:260506-930-43957/1