Datum06.05.2026 16:46
Quellewww.spiegel.de
TLDRThailand will härter gegen sexuelle Handlungen und Drogenmissbrauch durch Touristen vorgehen, um seine "schöne Kultur" zu schützen. Nach Vorfällen mit Oralsex in Autorikschas auf Phuket und ähnlichen Vergehen werden Strafverschärfungen und verstärkte Polizeikontrollen angekündigt. Das Land, das stark vom Tourismus abhängig ist, versucht, seinen Ruf zu wahren, zumal die Besucherzahlen noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht haben.
InhaltAuf der thailändischen Insel Phuket waren zuletzt Touristen beim Oralsex in einer Autorikscha erwischt worden. Solche Vergehen sollen künftig härter bestraft werden. So wolle man die "schöne Kultur" des Landes schützen. Nach wiederholten Beschwerden über sexuelle Handlungen von Touristen in der Öffentlichkeit will Thailand aus Sorge um seinen Ruf fortan härter gegen "unangemessenes Benehmen" vorgehen. Solche Vergehen, zu denen auch illegaler Drogenkonsum gehöre, würden eine Strafverfolgung nach sich ziehen, da sie der "schönen Kultur Thailands widersprechen", teilte Regierungschef Anutin Charnvirakul mit. Auch Polizeikontrollen in Vergnügungslokalen würden verschärft. Die Ankündigung kommt, nachdem am Montagabend ein Spanier und eine Peruanerin auf der bei Touristen beliebten Insel Phuket beim Oralsex in einer Autorikscha erwischt worden waren . Ihnen droht die Ausweisung. Lokalen Medien zufolge waren schon im Februar zwei französische Paare ausgewiesen worden, nachdem im Internet Aufnahmen davon kursierten, wie sie ebenfalls auf Phuket in der Öffentlichkeit Geschlechtsverkehr hatten: am Strand und in einer Tuk-Tuk genannten Rikscha. Ungeachtet seines Rufs als bevorzugtes Ziel von Sex-Touristen ist Thailand eher konservativ geprägt. Öffentliche Nacktheit oder Geschlechtsverkehr können mit einer Strafe von bis zu 5000 Baht (etwa 130 Euro) bestraft werden. Tourismus ist ein wichtiges Standbein für Thailands Wirtschaft, bislang hat er indes noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht. In diesem Jahr wird mit etwa 33,5 Millionen Besuchern gerechnet, das sind zwar mehr als im Vorjahr, aber auch zwei Millionen weniger als zuvor erwartet. Grund ist insbesondere der Irankrieg. Thailand ist nicht das einzige südostasiatische Land, das mit problematischen Touristen zu kämpfen hat. Auch auf der indonesischen Ferieninsel Bali führten öffentlicher Sex und Nacktfotos an heiligen Stätten, Umweltverschmutzung, Verkehrsverstöße und illegaler Drogenbesitz immer wieder zu Unmut in der Bevölkerung. Mehr dazu lesen Sie hier.