Datum06.05.2026 10:38
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Mann wurde wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge, bei dem ein Polizist ums Leben kam, zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Vorfall ereignete sich, als der Polizist versuchte, eine Gruppe mutmaßlicher Autodiebe zu stoppen. Der Angeklagte war Teil der Gruppe und stand unter Drogeneinfluss. Die Staatsanwaltschaft hatte Mord und eine lebenslange Haftstrafe gefordert, die Verteidigung eine geringere Strafe.
InhaltDer Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Das Landgericht Cottbus hat den Angeklagten nach dem Tod eines Polizisten zu mehr als zehn Jahren Haft verurteilt. Er hatte vor der Tat mit weiteren Beteiligten Autos gestohlen. Nach dem Tod eines Dresdner Polizisten bei einer Verfolgungsjagd in Brandenburg ist der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht in Cottbus befand ihn eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge für schuldig. Der Angeklagte hat demnach im Januar 2025 in Südbrandenburg den 32 Jahre alten Polizisten Maximilian Stoppa mit seinem Wagen erfasst und getötet. Der Beamte war in dem Moment dabei, in Lauchhammer aus einem Auto auszusteigen, um eine Art Nagelband auszulegen und eine Gruppe mutmaßlicher Autodiebe aufzuhalten, wie lokale Medien berichteten. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Wie der RBB berichtete , nahmen an der Trauerfeier für den Mann drei Wochen nach der Tat mehr als 1000 Polizisten teil. Demnach waren auch die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und sein Brandenburger Amtskollege Dietmar Woidke (SPD) vor Ort. Vor der Tat hatten der Angeklagte und weitere Beteiligte zwei Autos gestohlen. Der 27 Jahre alte Mann war in einem Begleitfahrzeug der Bande eingeteilt. In der Urteilsbegründung verwies der Richter auf die Drogensucht des Angeklagten. Er sei in einem wohlbehüteten Elternhaus aufgewachsen, habe aber vor Jahren begonnen, unter anderem Kokain zu nehmen. Er sei bei der Verfolgungsjagd "rücksichtslos" und mit überhöhtem Tempo unterwegs gewesen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten Mord vorgeworfen und eine lebenslange Haftstrafe gefordert, weil er ihr zufolge in der Absicht gehandelt hatte, seine Beteiligung am Diebstahl mehrerer Autos zu verdecken. Der Verteidiger hatte dagegen beantragt, den Angeklagten wegen eines verbotenen Autorennens mit Todesfolge zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von nicht mehr als acht Jahren und sechs Monaten zu verurteilen. Dabei sollte sich die Strafe aus vorangegangenen Haftstrafen wegen des Autodiebstahls und derjenigen für die Tötung des Polizisten zusammensetzen. Für die Tat in Lauchhammer hatte sich die Verteidigung für eine Teilstrafe von sechs Jahren ausgesprochen.