Sozialer Wohnungsbau: Verbandschef: 2026 kein Durchbruch beim sozialen Wohnungsbau

Datum06.05.2026 15:03

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Chef des Thüringer Wohnungswirtschaftsverbandes rechnet 2026 nicht mit einem Durchbruch beim sozialen Wohnungsbau. Wichtige Förderrichtlinien für den Wohnungsbau sind noch nicht in Kraft. Dies bremst Projekte, während Kommunen und Genossenschaften sich auf Modernisierungen konzentrieren. Ohne Förderung wären Mieten von 18 Euro/qm unerschwinglich. Thüringen hat einen Bedarf von 20.000 Sozialwohnungen, aber jährlich fallen 800 aus der Mietpreisbindung.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sozialer Wohnungsbau“. Lesen Sie jetzt „Verbandschef: 2026 kein Durchbruch beim sozialen Wohnungsbau“. Der Direktor des Thüringer Wohnungswirtschaftsverbandes, Frank Emrich, rechnet nicht mit deutlich mehr Tempo beim sozialen Wohnungsbau in diesem Jahr. "Wir haben Projekte in der Schublade, aber die angekündigte neue Wohnungsbau-Förderrichtlinie ist noch nicht in Kraft", sagte Emrich bei den Tagen der Thüringer Wohnungswirtschaft in Suhl. "Wir warten auf die Förderrichtlinie schon lange nicht mehr gespannt – wir warten inzwischen routiniert." Nach Einschätzung von Emrich können in diesem Jahr kaum noch Projekte umgesetzt werden - "vielleicht gibt es eine Reihe von Bewilligungen bis Jahresende. Wir verschenken 2026 wahrscheinlich für die Wohnraumförderung, das ist ärgerlich", sagte Emrich am Rand des Verbandstages. Ohne Förderung würden bei Neubauten als Folge gestiegener Baupreise und Zinsen Mieten von 18 Euro pro Quadratmeter entstehen. Das sei in Thüringen kaum durchsetzbar. Die einzelnen Punkte der Richtlinie seien gut, sie müssten nun aber verbindlich werden.  Die kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen würden sich in diesem Jahr vor allem auf Investitionen in die Modernisierung ihres Bestandes konzentrieren. Vorgesehen seien in diesem Jahr Investitionen von 682 Millionen Euro. Wahrscheinlich könne jedoch ein Teil des Betrages wie bereits in den Vorjahren nicht umgesetzt werden. Die kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen verwalten etwa 261.000 Wohnungen - jeder zweite Mieter im Freistaat wohnt dort.  Nach früheren Angaben des Infrastrukturministeriums wird die Richtlinie nach den Abstimmungsverfahren innerhalb der Landesregierung nun vom Rechnungshof geprüft. Vorgesehen ist unter anderem, dass es finanzielle Anreize gibt, wenn Bauherren die Mietbindung für neue, geförderte Wohnungen von derzeit 20 Jahren auf bis zu 35 Jahre erhöhen. Vorgesehen seien auch vereinfachte Standards und Verfahren und längere Laufzeiten für Förderdarlehen bei Investitionen in den sozialen Wohnungsbau.  Laut Wohnungswirtschaftsverband fallen in Thüringen pro Jahr im Durchschnitt 800 Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Den Bestand an Sozialwohnungen beziffert das Infrastrukturministerium mit rund 11.000 an. Nach der Studie "Sozial-Wohn-Monitor 2026" liege der Bedarf im Freistaat bei 20.000 Sozialwohnungen. © dpa-infocom, dpa:260506-930-42884/1