Datum06.05.2026 15:00
Quellewww.zeit.de
TLDREine Gruppe von Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien warnt vor einer Widerspruchsregelung bei der Organspende. Sie bezeichnet diese als Eingriff in Grundrechte, da sie die Selbstbestimmung über den eigenen Körper einschränke. Die Gruppe bezweifelt, dass die Widerspruchslösung international nachweislich zu mehr Organspenden führt. Stattdessen plädieren sie für die konsequente Umsetzung bestehender Gesetze zur Stärkung der freiwilligen Spendenbereitschaft. Befürworter der Widerspruchsregelung wollen ihre Vorschläge demnächst im Bundestag vorstellen.
InhaltNach Überlegungen zu Reformen bei der Organspende hält eine Gruppe Abgeordneter dagegen. Sie sieht in einer möglichen Widerspruchslösung eine Gefahr für die Grundrechte. Abgeordnete im Bundestag haben angesichts von Forderungen nach Reformen bei der Organspende vor Gesetzesänderungen gewarnt. Eine neu gegründete Gruppe aus Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, Linken und Grünen reichte einen Antrag ein, der sich gegen Bestrebungen richtet, die sogenannte Widerspruchsregelung einzuführen. Die Gruppe sprach von einem "Grundrechtseingriff, wie es bei der sogenannten Widerspruchsregelung der Fall wäre". Ihr Ziel sei es, die freiwillige und selbstbestimmte Entscheidung zur Organ- und Gewebespende zu stärken, teilte die Gruppe in einer Mitteilung mit, die CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger verbreitete. Die Widerspruchsregelung sei eine Scheinlösung, teilte die Gruppe mit. Es gebe keine ausreichende Evidenz im internationalen Vergleich, dass sie zu mehr realisierten Organspenden führe, hieß es weiter. Stattdessen bedeute sie einen Eingriff in die Grundrechte, denn das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper ende nicht mit dem Tod. Die Gruppe sprach sich dafür aus, bestehende Gesetze in Bund und Ländern für mehr Spenderorgane umzusetzen. Bei einer Widerspruchsregelung würde zunächst jede Person für eine Organspende infrage kommen, außer bei ausdrücklichem Widerspruch. Befürworter einer solchen Lösung wollen am Donnerstag ihre Vorschläge im Bundestag vorstellen. Sie kommen ebenfalls aus allen Fraktionen bis auf die AfD. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.