Datum06.05.2026 11:32
Quellewww.zeit.de
TLDRBundesweit gab es über 50 Durchsuchungen bei Neonazis. In Berlin sind vier Personen beschuldigt, kriminellen Vereinigungen wie "Jung und Stark" angehört oder diese gebildet zu haben. Diese Gruppen, die sich seit Mitte 2024 formierten, vernetzen sich online und bei Treffen und rufen zu Gewalt gegen Gegner und vermeintliche Pädophile auf. Zuvor hatte die Berliner Polizei ähnliche Vorfälle einer Gruppe Jugendlicher gemeldet, die Pädophile in Fallen lockten und ausraubten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Staatsschutz“. Lesen Sie jetzt „Durchsuchungen bei Neonazis - Vier Beschuldigte in Berlin“. Bei bundesweiten Durchsuchungen in der Neonazi-Szene sind in Berlin konkret vier Beschuldigte im Visier der Justiz. Dies hat die Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Bundesweit richten sich die Ermittlungen gegen 36 Personen, vorgeworfen wird ihnen die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen "Jung und Stark" sowie "Deutsche Jugend voran". In zwölf Bundesländern gab es rund 50 Durchsuchungen. Die Gruppen existieren laut Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024, sind bundesweit organisiert und haben auch Regionalgruppen. Die Mitglieder vernetzen sich demnach über soziale Medien und bei Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen. Erst Ende April hatte die Berliner Polizei gemeldet, dass eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener gezielt angeblich pädophile Männer in Fallen gelockt und ausgeraubt haben soll. Die Polizei durchsuchte Wohnungen von sechs Verdächtigen im Alter von 16 bis 18 Jahren in Neu-Hohenschönhausen, Alt-Hohenschönhausen, Köpenick und Lichtenrade. Die sechs Verdächtigen sollen sich mit Fakeprofilen in Chatgruppen als Kinder ausgegeben haben. Sie sollen dann Kontakt zu angeblichen Pädophilen aufgenommen und sich mit ihnen verabredet haben. Ihre Opfer sollen sie dann angegriffen und manche von ihnen auch beraubt haben. Auf die Frage, wie stark die fraglichen Vereinigungen in Berlin vertreten sind und wie groß die Gefahr ist, verwies die Senatsverwaltung für Inneres auf den Jahresbericht des Verfassungsschutzes und erklärte: "Darüber hinaus äußert er sich nicht öffentlich zur Einschätzung einzelner Gruppierungen, Bündnisse, Initiativen oder sonstiger Organisationen." © dpa-infocom, dpa:260506-930-41281/1