Datum06.05.2026 10:28
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Zoll führt bundesweite Kontrollen bei Paketzustellern durch, um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung aufzudecken. Tausende Beamte prüfen Verteilzentren und Depots. Ein Schwerpunkt liegt auf der Überprüfung der Mindestlohnberechtigung der Fahrer, da Arbeitszeiten oft nicht korrekt erfasst werden. Auch der Einsatz von Subunternehmen zur Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern wird untersucht. Erste Ergebnisse werden Ende der Woche erwartet.
InhaltSchwarzarbeit und illegale Beschäftigung: Mehrere Tausend Zollbeamte prüfen seit dem frühen Morgen mögliche Verstöße bei Kurier- und Paketdiensten. Mehr als 2.900 Zollbeamte kontrollieren seit dem frühen Morgen bundesweit Paketzusteller. Geprüft würden Verteilzentren und Depots verschiedener großer Paketdienstleister, teilte die Generalzolldirektion mit. Es gehe um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in der Kurier-, Express- und Paketbranche. Beamte aus allen Hauptzollämtern in Deutschland seien im Einsatz, hieß es weiter. Die Kontrollen würden verdachtsunabhängig durchgeführt und sollen bis in den Abend andauern. Es gehe speziell darum, die Fahrer der Firmen anzutreffen. Denn diese würden häufig um ihren Mindestlohn gebracht, indem etwa bestimmte Arbeitszeiten wie Pausen, Wartezeiten oder Leerfahrten nicht erfasst würden. Die Fahrer hätten von ihrem Mindestlohn in Höhe von 13,90 Euro pro Stunde auf dem Papier nichts, wenn am Ende bestimmte Stunden nicht bezahlt würden, sagte der Kölner Hauptzollamtssprecher Jens Ahland. Die Schwerpunktkontrollen seien erst der Auftakt, sagte Ahland. Später werde bei genaueren Prüfungen von Geschäftsunterlagen und der Lohnfinanzbuchhaltung der Paketzusteller vor allem untersucht, ob der Mindestlohn auch gezahlt werde. "Ebenfalls zu beobachten ist der Einsatz von Subunternehmen – unter anderem mit dem Ziel, Sozialversicherungsbeiträge vorzuenthalten beziehungsweise zu veruntreuen und Steuern zu hinterziehen", teilte der Zoll weiter mit. Das eingesetzte Personal der Subunternehmen stamme häufig aus EU-Mitgliedsstaaten, zunehmend aber auch aus Drittstaaten. Mit ersten Ergebnissen der bundesweiten Aktion sei Ende der Woche zu rechnen.