Datum06.05.2026 08:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRBMW verzeichnet im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 23 Prozent und einen Umsatzrückgang von 8,1 Prozent, belastet durch Trumps Zölle und die Schwäche in China. Trotzdem zeigt sich der scheidende Chef optimistisch aufgrund starker Bestellungen in Europa und der Einführung der "Neuen Klasse". Daimler Truck verzeichnete einen drastischen Gewinnrückgang von 80 Prozent. BMW kündigt keine großen Sparprogramme an, fokussiert sich aber auf Kostenmanagement.
InhaltDonald Trumps Zollpolitik setzt dem Autobauer BMW zu. Umsatz und Gewinn sind deutlich gesunken. Hoffnung macht dem scheidenden Konzernchef die Auftragsentwicklung in Europa. Deutlich schlimmer hat es Daimler Truck erwischt. Im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse hat BMW erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Ganz fair ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings nicht. Damals hatten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch nicht gegolten. Sie werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern, wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025. Auch der Umsatz schrumpfte – um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro – unter anderem wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank. Hier machte sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen. Positiv sieht man bei BMW allerdings aktuell sehr starke Bestellungen in Europa. "Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagt Konzernchef Zipse und betont: Man habe mit der Einführung der "Neuen Klasse" die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein". BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagt Finanzvorstand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung." Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Die Zahlen für das erste Quartal waren die letzten, die der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse verantwortet. Deutlich schlimmer als BMW hat es den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck erwischt. Bei dem Konzern blieb der Gewinn in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 80 Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit. Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 9,98 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro. Die Finanzergebnisse seien in erster Linie durch eine geringere Profitabilität bei den Geschäften in Nordamerika beeinflusst worden, hieß es laut Mitteilung. Von einer "positiven Dynamik" sprach der Konzern hingegen bei den Auftragseingängen. Diese seien im ersten Quartal um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. In den USA hätten sich die Auftragseingänge noch deutlicher erholt.