Autoindustrie: BMW verdient weniger - aber mehr als VW und Mercedes

Datum06.05.2026 07:30

Quellewww.zeit.de

TLDRBMW verzeichnete im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 23% auf 1,67 Milliarden Euro, während der Umsatz um 8,1% auf 31 Milliarden Euro sank. Hauptursachen sind die US-Zölle, eine Schwäche in China und Währungseffekte. Trotz geringerer Gewinne übertraf BMW VW und Mercedes. Der scheidende CEO Zipse sieht das Unternehmen dank starker Bestellungen in Europa und der "Neuen Klasse" gut aufgestellt, kündigte aber Kosteneinsparungen an.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Autoindustrie“. Lesen Sie jetzt „BMW verdient weniger - aber mehr als VW und Mercedes“. Im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse hat BMW erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.  Ganz fair ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings nicht. Damals hatten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch nicht gegolten. Sie werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern - wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025. Auch der Umsatz schrumpfte - um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro - unter anderem, wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank. Hier machte sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen. Positiv sieht man bei BMW allerdings aktuell sehr starke Bestellungen in Europa. "Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagt Konzernchef Zipse und betont: Man habe mit der Einführung der Neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein". BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen - wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagt Finanzvostand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung." Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser. Es war eine anspruchsvolle Amtszeit für Zipse: Sie umfasste Corona, Chipkrise, Ukraine-Krieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle aber auch den absoluten Rekordgewinn des Unternehmens und die Entwicklung der Neuen Klasse als wichtigen Sprung bei der Elektromobilität. Am Ende konnte er BMW nicht dem allgemeinen negativ-Sog in der Branche entziehen, kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit am besten dasteht. Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes und der sehr viel größere VW-Konzern einfahren. Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unter dem Strich 1,43 Milliarden, die Wolfsburger 1,56 Milliarden Euro. © dpa-infocom, dpa:260506-930-40192/1