Trump erneuert seine Kritik an Papst Leo – der kontert

Datum06.05.2026 07:22

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Trump kritisiert Papst Leo XIV. erneut für dessen Haltung gegen den Iran-Krieg und wirft ihm vor, Atomwaffen zu dulden und angesichts der Migration schwach zu sein. Der Papst kontert, Kritik müsse auf Wahrheit basieren und betont die ablehnende Haltung der Kirche zu Atomwaffen sowie ihren Friedensauftrag. Trumps neue Attacke belastet den bevorstehenden Besuch von Außenminister Rubio, der die Spannungen abmildern soll. Die Beziehungen zwischen den USA und dem Vatikan sind seit Wochen angespannt.

InhaltDer US-Präsident legt kurz vor dem Vatikan-Besuch seines Außenministers nach und attackiert den Papst erneut für dessen Haltung gegen Trumps Krieg in Iran. Der kontert: Kritik ja – aber "mit der Wahrheit". Kurz vor dem geplanten Vatikan-Besuch von US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstag hat US-Präsident Donald Trump seine scharfe Kritik an Papst Leo XIV. erneuert. Trump sagte in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt, der Papst gefährde "viele Katholiken und viele Menschen". Er warf Leo erneut vor, dieser halte es für in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe besitze. Zudem bezeichnete Trump den Papst als "schwach" und kritisierte auch dessen Haltung zur Migration. Papst Leo XIV. wies die Darstellung am Dienstagabend zurück. "Wenn mich jemand dafür kritisieren will, dass ich das Evangelium verkünde, soll er das mit der Wahrheit tun", sagte er vor Journalisten. Die Kirche spreche sich seit Jahren gegen alle Atomwaffen aus, daran gebe es "keinen Zweifel", betonte der 70-jährige Pontifex. Er verwies auf seine ersten Worte nach der Wahl: "Friede sei mit euch". Die Mission der Kirche sei es, das Evangelium und den Frieden zu verkünden. Für die Reise des US-Außenministers bedeutet Trumps neue Attacke eine zusätzliche Belastung. Der Außenminister, selbst Katholik, dürfte darum bemüht sein, die Spannungen zwischen der US-Regierung und dem ersten in den USA geborenen Papst abzumildern. Der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, sprach vorab von einem erwarteten "offenen" Gespräch. Staaten hätten Meinungsverschiedenheiten, sagte er Medien zufolge. Diese ließen sich durch "Brüderlichkeit und authentischen Dialog" bearbeiten. Zugleich wies er die Darstellung zurück, wonach es einen tiefen Bruch zwischen Washington und dem Vatikan gebe. Das Verhältnis zwischen Washington und dem Vatikan gilt seit Wochen als belastet. Leo XIV. hatte sich zuletzt zunehmend kritisch zur Kriegsführung der USA und Israels gegen den Iran geäußert und den Angriff als "wahrlich inakzeptabel" verurteilt. Trump stellt den Krieg hingegen als notwendig dar, um Teheran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Zusätzliche Empörung hatte ein von Trump verbreitetes KI-Bild ausgelöst, das ihn in einer christusähnlichen Darstellung zeigte und später wieder gelöscht wurde. Rubio soll in Rom auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen. Auch dieses Gespräch gilt als heikel: Meloni hatte den Papst gegen frühere Angriffe Trumps verteidigt. Die Reise fällt zudem mit dem ersten Jahrestag von Leos Pontifikat zusammen.