Datum06.05.2026 07:00
Quellewww.zeit.de
TLDREine Umfrage der Pronova BKK zeigt: knapp 40% der jungen KI-Nutzer (unter 30) "plaudern" lieber mit KI als mit Verwandten und sehen sie als wertvollen Dialogpartner. Experten warnen, dass dies soziale Fähigkeiten verkümmern lassen und das Kommunikationsverhalten verändern kann. KI kann Einsamkeit kurzfristig lindern, aber auch verschlimmern, da sie reale Beziehungen nicht ersetzt. Die Studie bestätigt die weite Verbreitung von KI im Alltag, weist aber auch auf die Fehleranfälligkeit und potenzielle Verbreitung von Falschinformationen hin.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Künstliche-Intelligenz-Umfrage“. Lesen Sie jetzt „Kein Bock auf Familie: Viele "reden" lieber mit KI“. Rund 40 Prozent der jungen erwachsenen KI-Nutzer "plaudern" einer Umfrage zufolge lieber mit Künstlicher Intelligenz (KI) als mit Verwandten. Sogar rund 70 Prozent dieser Altersgruppe unter 30 halten KI-Chatbots für einen wertvollen Dialogpartner gerade für einsame Menschen. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage "KI-Nutzung im privaten Alltag 2026" der Krankenkasse Pronova BKK, für die 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren befragt wurden. "Unsere sozialen Fähigkeiten verarmen, wenn wir der KI gegenüber menschlichen Gesprächen den Vortritt geben", warnte Pronova-BKK-Expertin Patrizia Thamm laut Mitteilung. "KI fördert klare, fertige Antworten statt offener Gesprächsprozesse und verändert damit das Kommunikationsverhalten." In der Auseinandersetzung mit Anderen erlebe man Reibungen, abweichende Perspektiven, Kritik und Unsicherheit. "Genau daran wachsen wir." Von den Menschen ab 60 Jahren bezeichneten in der Umfrage immerhin 59 Prozent KI als wertvollen "Gesprächspartner" für Einsame. "Für Einsame kann KI eine niedrigschwellige Gesprächsinstanz sein und kurzfristig das Gefühl sozialer Leere reduzieren", betonte Thamm. Doch KI könne auch die Einsamkeit verschlimmern, wenn ein Mensch nur noch diesen Kontakt suche. "Sie bleibt ein System ohne eigenes Empfinden und ersetzt keine realen Beziehungen." Die Umfrage zeigt nach Einschätzung der Krankenkasse, dass Künstliche Intelligenz im Alltag der Deutschen angekommen sei. "96 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen KI privat für Recherche, Ratschläge oder eine nette Plauderei." Doch die Technologie sei fehleranfällig: Etwa jeder zweite junge Nutzer oder Nutzerin sei schon auf eine Falschinformation der KI hereingefallen. © dpa-infocom, dpa:260506-930-40077/1