Bundesinnenministerium: Grenzkontrollen erfordern Einsatz von bis zu 14.000 Polizeibeamten

Datum06.05.2026 07:04

Quellewww.zeit.de

TLDRDie flächendeckenden Grenzkontrollen in Deutschland erfordern den Einsatz von bis zu 14.000 Bundespolizisten. Diese Maßnahme, die vor einem Jahr vom Innenministerium angeordnet wurde, bindet laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) dringend benötigte Beamte in anderen Bereichen, wie Bahnhöfen, wo ein Mangel von 5.000 bis 6.000 Kräften besteht. Die GdP kritisiert, dass diese Lücken durch den anhaltenden Grenzeinsatz nicht geschlossen werden können.

InhaltDie Kontrollen an deutschen Grenzen und die Zurückweisung von Migranten binden Tausende Beamte der Bundespolizei. Das kritisiert auch die Gewerkschaft der Polizei. Um die vor einem Jahr angeordneten flächendeckenden Kontrollen an Deutschlands Grenzen durchzuführen, muss die Bundespolizei bis zu 14.000 Beamtinnen und Beamte einsetzen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, aus der die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zitierten. Die Grenzkontrollen und die damit verbundenen pauschalen Zurückweisungen von Asylbewerbern hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zu Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung vor rund einem Jahr angeordnet. Die Verstärkung der "vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen" erfordere den zusätzlichen Einsatz von Kräften der Bundespolizei, hieß es in der Antwort des Ministeriums. Konkret ist von "insgesamt 13.000 bis 14.000 Einsatzkräften" die Rede. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte, dass durch den Einsatz an Grenzen Beamte in anderen Einsatzbereichen fehlten. Andreas Roßkopf, der bei der GdP zuständig ist für den Bereich Bundespolizei, sagte dem RND, an deutschen Bahnhöfen würden 5.000 bis 6.000 Bundespolizistinnen und Bundespolizisten fehlen. "Hier sind Kriminalitätsschwerpunkte, an denen wir verstärkt im Einsatz sind und mehr Personal brauchen", sagte er. Sinnvoll wäre Roßkopf zufolge, an diesen Orten auf Kräfte der Bundesbereitschaftspolizei zurückzugreifen. "Doch diese sind nach wie vor im Grenzeinsatz." Das betreffe wöchentlich 800 bis 1.000 Beamte. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.