Datum06.05.2026 05:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRBundeskanzler Friedrich Merz blickt auf ein gemischtes erstes Amtsjahr zurück. Während die VAE durch ihre Annäherung an Israel zur Zielscheibe des Iran wurden, steht ein mit Spannung erwartetes Champions-League-Halbfinale bevor. Die Regierung muss weiterhin Reformen umsetzen und Herausforderungen bewältigen.
InhaltFriedrich Merz regiert Deutschland seit einem Jahr. Die Vereinigten Arabischen Emirate rücken ins Fadenkreuz Teherans. Und heute Abend erwartet uns ein großartiges Spektakel. Das ist die Lage am Mittwochmorgen. Die Bilanz von Bundeskanzler Friedrich Merz fällt nach seinem ersten Jahr durchwachsen aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich mit ihrer Annäherung an Israel Iran zum Feind gemacht. Und der FC Bayern München trifft erneut auf Paris Saint-Germain. Eine "ganz normale Kabinettssitzung" soll das heute werden, hat Friedrich Merz angekündigt, lediglich einen kurzen, kollegialen Dank wolle er an sein Kabinett richten für die geleistete Arbeit der vergangenen zwölf Monate. Und dann aber den Blick nach vorne richten auf all das, was in den kommenden 36 Monaten noch zu erledigen sei. Es ist heute auf den Tag genau ein Jahr her, dass Merz mit seiner schwarz-roten Koalition die Regierungsgeschäfte aufgenommen hat. Anders als der Bundeskanzler wollen wir deshalb etwas ausführlicher Rückschau halten: Was ist geschafft? Was misslungen? Und was ist noch zu erwarten von dieser Regierung? Meine KollegInnen Sophie Garbe, Maria Fiedler, Sebastian Fischer, Felix Keßler und Gerald Traufetter aus dem Hauptstadtbüro des SPIEGEL analysieren das erste Jahr des Kanzlers und seine vielen Rollen: Merz wirkt als "Außenkanzler", er will ein "Reformkanzler" sein, ein "Wirtschaftskanzler" sowieso, und – das macht die Sache kompliziert – das alles ist er als "Koalitionskanzler". Bisweilen fällt Merz dabei auch als "Abkanzler" auf (mehr dazu hier ). Ohne an dieser Stelle der Bilanz der KollegInnen vorgreifen zu wollen, sei schon verraten: Sie fällt durchwachsen aus. Die Militärführung Irans dementiert, Drohnen oder Raketen geschickt zu haben, doch das Dementi aus Teheran klingt wie eine Begründung für die Attacken: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) seien zu einem "Stützpunkt der Amerikaner und Zionisten" und zum "Feind der islamischen Welt" geworden. Die Golfstaatenföderation meldete gestern erneute Angriffe aus Iran, bereits am Montag waren die VAE trotz Waffenruhe angegriffen worden. Meine Kollegin Dunja Ramadan analysiert die besondere Rolle der VAE in der Region und im aktuellen Konflikt: "In den vergangenen Jahren haben die Emirate ihre sicherheits- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit Israel wie kein anderes arabisches Land ausgebaut." Diese Festlegung berge allerdings ein Risiko: Sollte das iranische Regime diesen Krieg überstehen, blieben die VAE auch in Zukunft dessen Angriffsziel (mehr hier ). "Auf Dauer wäre das eine ernsthafte Bedrohung für die emiratische DNA: Das gesamte Modell der VAE basiert auf Stabilität und Investorenvertrauen, und beides hat in diesem Krieg bereits tiefe Risse bekommen." Sie interessieren sich nicht für Fußball? Sie können die Leidenschaft nicht verstehen, mit der Fans an ihren Mannschaften hängen, den Jubel und die Tränen nach Gewinn oder Verlust einer Partie? Sollten Sie sich also niemals auch nur ein einziges Fußballspiel angesehen haben – heute wäre ein guter Tag, es erstmals zu versuchen. Paris Saint-Germain trifft in der bayerischen Landeshauptstadt auf den FC Bayern München. Die zurzeit wohl besten Profi-Mannschaften der Welt stehen sich im Rückspiel des Halbfinals der Champions League gegenüber. Erwartet wird ein Spiel, das an Geschwindigkeit, technischer Brillanz und Spannung alles Dagewesene übertrifft – mit Ausnahme vielleicht des Hinspiels vergangener Woche. Versprochen: Auch ohne jegliche Kenntnis der Abseitsregel werden Sie Ihre Freude haben an diesem sportlichen Spektakel. Nur einen Fehler dürfen Sie nicht begehen: Glauben Sie bloß nicht, das, was Sie da sehen, sei normaler Fußball. Was diese Mannschaften da veranstalten, ist eine ganz eigene Sportart. Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games. …sind alle Steuerzahler, die keinen Verbrennungsmotor betreiben. Untersuchungen zufolge haben die Tankstellen den von der Regierung gewährten Tankrabatt von 17 Cent je Liter in den ersten drei Tagen nur zu einem Bruchteil an die Kundschaft weitergegeben. Bei Diesel seien es nur 4 Cent, bei Superbenzin immerhin 12 Cent gewesen, was bedeutet: Von der Steuersenkung haben die Verkäufer einen Teil für sich behalten, die Kunden hatten immerhin einen Teil davon. Wer aber nicht tankt, hat nichts von alledem. Eine alte Börsenweisheit empfiehlt, sich im Sommer von der Börse zurückzuziehen und erst Halloween wieder einzusteigen. Funktioniert das wirklich? Die Antwort überrascht . Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion