Brasilien: 13-Jähriger erschießt zwei Mitarbeiter an Schule in Rio Branco

Datum06.05.2026 04:09

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 13-jähriger Schüler hat in Rio Branco, Brasilien, zwei Schulmitarbeiter erschossen und zwei weitere Personen verletzt. Der Angreifer wurde festgenommen, ebenso wie sein Stiefvater, dem die Waffe gehörte. Der Vorfall unterstreicht die zunehmende Gewalt an brasilianischen Bildungseinrichtungen. Als Reaktion wurde der Unterricht im Bundesstaat Acre für drei Tage ausgesetzt und psychologische Unterstützung angeboten.

InhaltKinder versuchten in Panik, sich über eine Mauer zu retten: Im Nordwesten Brasiliens hat ein Teenager an seiner Schule zwei Menschen getötet. Der Angreifer wurde festgenommen, sein Stiefvater ebenso. Erneut hat es in Brasilien einen Angriff auf eine Bildungseinrichtung gegeben. Ein 13-Jähriger erschoss an einer Schule im Nordwesten des Landes zwei Menschen, zwei weitere Personen wurden verletzt. Der Junge, der die Schule besucht, wurde nach seinem Angriff auf die Mittelschule Instituto São José in Rio Branco im nordwestlichen Bundesstaat Acre festgenommen, wie die örtlichen Behörden am Dienstag (Ortszeit) mitteilten. Bei den beiden Todesopfern handelt es sich demnach um Mitarbeiter der Schule. Unter den Verletzten ist den Behörden zufolge ein elfjähriges Mädchen. Ihr wurde ins Bein geschossen. Der mutmaßliche Täter betrat das Schulgebäude und gab mehrere Schüsse in einem Flur ab, der zum Büro des Schulleiters führt, wie der Oberstleutnant der Militärpolizei von Acre, Felipe Russo, mitteilte. Nach dem Angriff habe sich der Junge der Polizei ergeben. Der Stiefvater des Schützen, dem die bei dem Angriff verwendete Pistole gehört, wurde Russo zufolge ebenfalls festgenommen. Die Polizei habe zudem weitere Schüler identifiziert, die möglicherweise mit dem Angreifer zusammenarbeiteten. Von örtlichen Medien veröffentlichte Bilder zeigten eine Frau, die auf einer Trage evakuiert wird sowie weinende Menschen vor dem Schulgebäude. Eduardo Rodrigues Cavalcante, der als Rezeptionist in einem Hotel neben der Schule arbeitet, beschrieb, wie einige Schüler versuchten, über eine Mauer zu klettern, die die Schule vom Hotel trennt. "Die Mauer ist sechs Meter hoch, und nur einem Menschen gelang es, hinüberzuspringen und hier im Hotel Zuflucht zu suchen", sagte der 19-Jährige. "Die anderen blieben beim Versuch zu fliehen auf dem Schuldach zurück." Er habe "Schüsse und viel Geschrei" gehört. Die Regierung von Acre gab bekannt, dass an allen Schulen des Bundesstaates der Unterricht für drei Tage ausgesetzt werde und psychologische Unterstützungsteams mobilisiert worden seien, um Schüler und Lehrkräfte zu betreuen. Die Regierung sprach den Betroffenen des Schusswaffenvorfalls ihr Beileid aus. Brasilien verzeichnet in den vergangenen Jahren einen drastischen Anstieg von Angriffen auf Bildungseinrichtungen. Im September 2025 waren an einer Schule im nordöstlichen Bundesstaat Ceará zwei Jugendliche erschossen und drei weitere verletzt worden. Im Oktober 2023 war bei einem Schusswaffenvorfall an einer Schule in São Paulo ein 17-jähriger Schüler ums Leben gekommen, drei weitere wurden verletzt. Im April desselben Jahres war ein 25-jähriger Mann in eine Kindertagesstätte im südlichen Bundesstaat Santa Catarina eingedrungen und hatte mit einer Axt vier Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren getötet (mehr zu diesen Fällen hier ).