Datum06.05.2026 03:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRSpanien gestattet dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius", das nach einem Hantavirus-Ausbruch vor Kap Verde ankert, die Ankunft auf den Kanaren. Drei Passagiere starben, mehrere sind erkrankt. Diese Entscheidung, in Abstimmung mit WHO und EU, wird als humanitärer Akt begründet. Die Kanaren bieten die notwendigen Kapazitäten zur Untersuchung und medizinischen Versorgung, bevor die Passagiere in ihre Heimatländer zurückkehren. Der Verdacht der WHO liegt auf einer Übertragung von Nagetieren in Argentinien und möglicherweise von Mensch zu Mensch.
InhaltDrei Gäste sind nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der "MV Hondius" gestorben, weitere erkrankt. Knapp 150 Menschen harren nun an Bord vor Kap Verde aus – bald können sie auf den Kanarischen Inseln an Land. Spanien hat dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt. Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien getroffen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das betroffene Kreuzfahrtschiff mit knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) untersuche das Schiff eingehend, um festzustellen, welche Personen dringend von Kap Verde aus evakuiert werden müssten, teilte das Ministerium weiter mit . Die übrigen Passagiere werden mit dem Kreuzfahrtschiff demnach zu den Kanarischen Inseln fahren. Dort werden sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen. Die WHO habe erklärt, dass Kap Verde – ein kleiner Inselstaat vor Westafrika – diesen Einsatz nicht selbst durchführen könne, hieß es vom spanischen Ministerium. Die Kanarischen Inseln seien deshalb der nächstgelegene Ort mit den notwendigen Kapazitäten. Spanien habe eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen; darunter seien auch mehrere spanische Staatsbürger. Die Regierung in Madrid habe auch zugestimmt, dass der Arzt der "Hondius" noch in den kommenden Stunden mit einem Lazarettflugzeug auf die Kanarischen Inseln geflogen werde. Er befinde sich in kritischem Zustand. Welchen Hafen genau das Kreuzfahrtschiff anlaufen werde, steht dem Ministerium zufolge noch nicht fest. Dort angekommen, sollen Besatzung und Passagiere untersucht, gegebenenfalls medizinisch versorgt und in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgebracht werden. Bislang sind drei Passagiere der "Hondius" gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Person aus Deutschland. Bei ihr handelt es sich nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide Expeditions um eine Frau. Die WHO geht derzeit von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Das niederländische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, drei Erkrankte sollten von Bord der "Hondius" geholt und in die Niederlande ausgeflogen werden. Zu ihnen gehöre ein Niederländer. Dies solle "so schnell wie möglich geschehen", teilte das Ministerium mit. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren nehmen häufig Schaden (mehr dazu, wie gefährlich das Virus ist, erfahren Sie hier ). Es wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch bei dem Anden-Typ des Virus, der in diesem Fall vermutet wird, seien auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove bei einer Pressekonferenz in Genf.