Datum06.05.2026 02:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDer dritte Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll hat das Zwischenlager in Ahaus erreicht. Die 170 km lange Strecke von Jülich verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle, trotz kleinerer Proteste mit insgesamt etwa 200 Teilnehmern. Dies ist der dritte von insgesamt 152 geplanten Transporten aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich. Alle bisherigen Transporte verliefen ereignislos, werden aber von der Polizei mit einem Großaufgebot begleitet.
InhaltDer dritte Schwertransporter mit radioaktivem Abfall ist am Zwischenlager in Ahaus angekommen. Die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, es gab kleinere Proteste. Am frühen Morgen hat der dritte Castortransport das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus im Münsterland erreicht. Der beladene Schwerlasttransporter war am späten Dienstagabend im rheinischen Jülich gestartet, begleitet von einem großen Fahrzeugkonvoi. Die etwa 170 Kilometer Strecke verlief laut Polizei planmäßig und ohne Zwischenfälle. Vier Demonstrationen waren laut Polizei zuvor angemeldet worden. In Jülich und in Ahaus fanden jeweils zwei Demos mit einer Gesamtteilnehmerzahl von etwa 200 Personen statt. An den Versammlungen in Ahaus nahmen laut Polizei in der Spitze rund 170, in Jülich etwa 10 Personen teil. Im Anschluss an die Proteste in Jülich stellten Einsatzkräfte die Personalien von drei Personen fest. Die Polizei hatte zuvor Hinweise erhalten, dass diese sich am Zaun eines Privatgeländes auffällig verhalten hatten. Unter anderem sollen sie Fotos von dem Gelände gemacht haben. Die Personen wurden anschließend wieder entlassen. Erforderliche Sperrungen entlang der Transportstrecke führten zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen. Es war der dritte Transport von hochradioaktivem Atommüll innerhalb dieser Serie. Bereits am 24./25. März und am 21./22. April war jeweils ein Castor-Behälter transportiert worden. Auch die beiden ersten Transporte waren ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Polizei begleitet sie jeweils mit einem Großaufgebot. Insgesamt müssen 152 Castor-Behälter mit dem Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Jülich nach Ahaus gebracht werden. In der Summe handelt es sich damit um einen der größten Atommülltransporte auf der Straße seit Jahrzehnten. Die genaue Route geben die Behörden ebenso wie die Termine der Transporte aus Sicherheitsgründen vorher nicht bekannt. Dem Auftakt der Transporte waren mehrere Gerichtsentscheidungen vorausgegangen.