Datum05.05.2026 17:22
Quellewww.zeit.de
TLDRAb Juni 2026 werden fünf Tagebaureseen in der Lausitz durch Kanäle verbunden, um die größte künstliche Seenlandschaft Europas zu schaffen. Diese Verbindung ermöglicht erstmals eine komplette Befahrung der Seen, was den Tourismus und Wassersport fördern soll. Die Seen entstanden aus ehemaligen Braunkohletagebauen und werden durch diese Maßnahme über 5.300 Hektar zusammenhängende Wasserfläche bieten. Die Eröffnung wird mit Veranstaltungen gefeiert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Seenlandschaft“. Lesen Sie jetzt „Geflutete Lausitzer Tagebaue werden mit Kanälen verbunden“. In wenigen Wochen ist es so weit: Im Lausitzer Seenland öffnen die Kanäle, um fünf geflutete Tagebau-Seen zu verbinden. Damit können Wassersportler und Naturbegeisterte erstmals das Wasserrevier komplett durchqueren: Das sind Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See. Die Lausitz wolle sich damit weiter als Naherholungsgebiet etablieren, heißt es vom Tourismusverband Lausitzer Seenland. Bis zu 2,5 Stunden dauere eine Durchfahrt - Wartezeiten kämen noch hinzu. Das Lausitzer Seenland erstreckt sich über die Bundesländer Sachsen und Brandenburg. Es befindet sich etwa 140 Kilometer südlich von Berlin und 60 Kilometer nördlich von Dresden und besteht aus 23 Seen, die aus ehemaligen Tagebauen entstanden sind. Fünf Seen bekommen eine schiffbare Verbindung ab dem Sommer 2026. Der Plan ist, dass noch weitere Seen durch Kanäle miteinander verbunden werden. Durch die Öffnung entsteht den Angaben zufolge eine zusammenhängende Wasserfläche von etwa 5.300 Hektar. Zum Vergleich: Die Müritz - Deutschlands größter Binnensee - ist nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtamtes etwa 11.300 Hektar groß. Eine komplette Runde auf dem Wasser ist etwa 50 Kilometer lang. Bislang waren der Koschener Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See sowie der Barbara-Kanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See die einzigen befahrbaren Wasserstraßen der Region. In der Lausitz wurden in den 1980er Jahren nahezu 190 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr gewonnen, wie es von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) heißt. Die tiefen Erdlöcher wurden saniert und geflutet, um sie für den Wassersport und als Naherholungsgebiet zu nutzen. "Durch die Flutung der früheren Tagebaue entsteht die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas", schreibt der Tourismusverband. Am 29. Juni 2026 werden die fünf großen Seen – Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See – zu einem schiffbaren Verbund verbunden. Geplant ist, dass sich dafür die Menschen gleichzeitig an den Ufern einfinden und gemeinsam mit einer blauen Badekappe ins Wasser gehen. Die 5-Seen-Challenge soll sein: "Welcher See bringt die meisten Menschen zur selben Zeit ins Wasser?" Außerdem soll es einen Festakt am Sedlitzer See geben. Erwartet werden den Angaben zufolge rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Kommunen und Behörden, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU). © dpa-infocom, dpa:260505-930-38538/1