Datum05.05.2026 17:15
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Volksbank Brawo trennt sich von ihrem Vorstandsvorsitzenden wegen unterschiedlicher Auffassungen zur Unternehmensausrichtung. Interimsweise übernimmt Lars Berkefeld die Leitung. Die Bank wird vorsorglich die Sicherungseinrichtung des BVR anrufen, um Risiken aus Wertberichtigungen zu begegnen und so die Neuausrichtung zu erleichtern. Die Maßnahmen sollen Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter nicht betreffen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kreditinstitut“. Lesen Sie jetzt „Volksbank Brawo tauscht Chef aus und ruft Sicherungsfonds an“. Niedersachsens zweitgrößte Volksbank Braunschweig-Wolfsburg (Brawo) trennt sich von ihrem Chef. Der Aufsichtsrat habe den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt, teilte das Institut mit. Grund seien "unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung der Unternehmensgruppe", hieß es. Die Leitung übernimmt vorübergehend Lars Berkefeld, bisher schon Vorstand für die Ressorts Marktfolge, Steuerung, Compliance und Nachhaltigkeit. Zugleich kündigte die Genossenschaftsbank an, die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anrufen zu wollen - allerdings nur "vorsorglich", wie die Bank betonte. Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, dort vorsorglich einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen zu stellen. Die Volksbank Brawo erfülle die erforderlichen harten Kapitalanforderungen sowie Liquiditätsanforderungen, sagte Interimschef Lars Berkefeld laut Mitteilung. "Der Vorstand hält den Antrag jedoch für hilfreich, um die Neuausrichtung der Brawo Group zu erleichtern." Mit der Sicherungseinrichtung arbeite der noch zweiköpfige Vorstand aufs Engste zusammen. "Es besteht grundsätzliche Einigkeit mit der Sicherungseinrichtung über die erforderlichen Maßnahmen", sagte Berkefeld. "Auf unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeitenden der Volksbank Brawo hat dies keine Auswirkungen." Hintergrund sind der Mitteilung zufolge Risiken, die aus Wertberichtigungen resultieren. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Volksbank diese aus eigener Kraft abbauen könne. "Als Vorstand haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und der Sicherungseinrichtung des BVR aber dazu entschieden, entschlossen zu handeln", so Berkefeld. "Wir werden darüber hinaus die bisherige Geschäftsstrategie der Brawo Group einer kritischen Prüfung unterziehen." Die Volksbank Brawo ist laut BVR die nach Bilanzsumme zweitgrößte Genossenschaftsbank in Niedersachsen - nach der Hannoversche Volksbank. Sie war 2005 aus der Fusion der Volksbanken Braunschweig und Wolfsburg hervorgegangen. Hinter der Volksbank Brawo stehen rund 54.000 Genossenschaftsmitglieder. Die Brawo Group hat nach eigenen Angaben 3.400 Mitarbeiter an knapp 200 Standorten. Sie ist zudem an mehr als 400 Firmen beteiligt. © dpa-infocom, dpa:260505-930-38475/1