Kreuzfahrtschiff: WHO schließt Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit Hantavirus nicht aus

Datum05.05.2026 16:58

Quellewww.zeit.de

TLDRDie WHO schließt eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hantavirus nach drei Todesfällen auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" nicht aus. Sieben Infektionen sind bekannt. Übertragung erfolgt meist durch Nagetiere. Ansteckung zwischen Menschen sei bei engem Kontakt möglich, aber selten. Das Schiff ankert vor Kap Verde, Passagiere bleiben in Kabinen, während Maßnahmen laufen. Das Risiko für die Öffentlichkeit wird als gering eingeschätzt.

InhaltNachdem drei Passagiere der "Hondius" am Hantavirus gestorben sind, hält die WHO eine Ansteckung zwischen Menschen für möglich. Das könne bei engem Kontakt passieren. Nach dem tödlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Übertragung von Mensch zu Mensch weiterhin für möglich. Bisher wurden sieben Infektionen an Bord der Hondius gemeldet, von denen drei gestorben sind. Eine Person wurde bereits zur intensiven Behandlung nach Südafrika ausgeflogen. Zwei weitere Infizierte würden derzeit darauf vorbereitet, in die Niederlande zur Behandlung gebracht zu werden. Der Zustand einer weiteren infizierten Person, die milde Symptome gezeigt habe, habe sich verbessert. Van Kerkhove schloss eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus nicht aus. Die ersten Patienten, ein niederländisches Ehepaar, hätten das Schiff in Argentinien bestiegen, bevor der Ehemann an Bord gestorben war. Die Ehefrau verstarb laut WHO rund zwei Wochen später, nachdem sie einen Flug nach Johannesburg in Südafrika genommen hatte. Beachte man die Inkubationszeit des Hantavirus, welche zwischen einer und sechs Wochen liege, sei es wahrscheinlich, dass sich die beiden schon vorher angesteckt hätten. Das Hantavirus wird durch Nagetiere übertragen, etwa wenn Kot und Urin ​von Mäusen aufgewirbelt und eingeatmet werden. Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und ‌kann zu Herz- und Lungenversagen führen. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC enden etwa 40 Prozent der Fälle tödlich. Bei der Hondius handle es sich um ein Expeditionsboot, viele der Passagiere hätten während ihrer Reise Vögel und andere Wildtiere beobachtet, sagte Van Kerkhove. Das Schiff habe auch auf mehreren Inseln nahe der Küste Afrikas gehalten, auf denen es "viele Nagetiere" gebe. "Möglicherweise gibt es auch auf den Inseln eine Infektionsquelle für einige der anderen Verdachtsfälle", sagte die WHO-Expertin. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ⁠der WHO zufolge ​eigentlich selten. Allerdings könne man auch nicht ausschließen, dass an Bord eine Übertragung zwischen Menschen stattgefunden habe. "Wir glauben, dass es zwischen den sehr engen Kontakten eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gegeben haben könnte", sagte Van Kerkhoven. Auch, wenn diese selten seien. Vor allem bei dem sogenannten Anden-Virus, einer in Südamerika heimischen Variante des Virus, das in dem Fall vermutet wird, habe es bei engem Kontakt – etwa zwischen Ehepartnern – bereits Infektionen zwischen Menschen gegeben, sagte die Epidemiologin. Die WHO schätzt das Risiko des Ausbruchs für die breite Öffentlichkeit weiterhin als niedrig ein. "Das ist kein Virus, das sich wie Grippe oder Covid ausbreitet", erklärte Van Kerkhove. Es seien auch keine Ratten an Bord. Die höchste Priorität sei es nun, die zwei kranken Menschen von Bord zu bringen. Die restlichen der insgesamt 147 Personen an Bord wurden gebeten, in ihren Kabinen zu bleiben, während Desinfektions- und weitere Gesundheitsmaßnahmen durchgeführt würden. Die Hondius ankert derzeit vor Kap Verde. Die Behörden weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen.