Blockbuster-Regisseur: Roland Emmerich: Keine Rückkehr nach Deutschland

Datum05.05.2026 16:33

Quellewww.zeit.de

TLDRRegisseur Roland Emmerich kehrt nicht nach Deutschland zurück, sondern bevorzugt London wegen der englischen Sprache. Nach 36 Jahren in Amerika sieht er keine Rückwanderung. Sein erfolgreichster Film "Independence Day" ermöglichte ihm eine Karriere, die er als Hobby betrachtet. Politische Filme seien unter Trump schwieriger. KI und Digitalisierung erleichtern, aber erhöhen den Druck. Er bereut keinen Film, sein Favorit ist "Anonymous".

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Blockbuster-Regisseur“. Lesen Sie jetzt „Roland Emmerich: Keine Rückkehr nach Deutschland“. Für den Katastrophenfilm-Regisseur Roland Emmerich (70) kommt ein Umzug zurück nach Deutschland nicht infrage. "Nein, wenn dann London. Ich habe ein Haus in London. Das ist total schön", sagte Emmerich der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Ein Grund dafür sei auch, dass dort Englisch gesprochen werden. "Ich bin jetzt 36 Jahre in Amerika, also länger in Amerika als in Deutschland", sagte der gebürtige Stuttgarter. Er und sein Ehemann hätten aber ihre deutschen Pässe noch. "Wenn Trump den Weltkrieg anfängt, dann ... (lange Pause) wie auch immer." Aber das wolle er nicht hoffen. Roland Emmerichs "Independence Day" über einen Alien-Angriff auf die Erde kam im Sommer vor 30 Jahren in die Kinos. Der Film sei bedeutsam, weil "es mein erfolgreichster Film ist". Es sei für ihn klasse, dass er damit eine Karriere starten konnte, die vor allem Spaß mache. "Ich habe gedacht, dass das ein Hobby ist. Und ich will das auch als Hobby behalten." Noch immer mache er alle ein oder zwei Jahre einen Film.  Unter Trump sei es nicht ganz so leicht wie früher, politische Filme zu machen. "Da muss man warten, bis Trump weg ist." Auf die Frage, ob er mal wieder Lust hätte, in einem seiner Filme das Weiße Haus zu zerstören, muss Emmerich lachen. "Ich habe das schon so oft gemacht." Das sei ja quasi schon ein alter Hut. Gleichzeitig habe es aber natürlich auch eine größere Ausdruckskraft, wenn man das Weiße Haus zerstört. "Das heißt was." Künstliche Intelligenz habe er in seinen Filmen bislang noch nicht genutzt. Aber natürlich könne man die Technik auch nicht außen vor lassen. "Wenn es nötig ist, werde ich das benutzen." Das Filmemachen an sich sei durch die Technisierung und Digitalisierung aber viel einfacher geworden. "Aber auch schwerer, weil der Druck höher wird." Die Filme müssten das Geld bringen. "Der Erfolg ist wichtiger. Wenn du zwei, drei Filme gedreht hast, die nicht so funktionieren, kann man es vergessen. Das ist schon ganz schön knallhart, was man da so erlebt."  Ihm fehle es, zu reisen. "Heutzutage reist du nicht mehr. Nur noch für ganz, ganz große Filme." Wenn Emmerich mal richtig entspannen will, dann reist er privat. "Dann bin ich auf meinem Boot und schippere durch die griechischen Inseln. Ich habe ein sehr schönes altes Boot." Das Motorboot aus Holz sei aus dem Jahr 1931.  Mit Blick auf seine lange Filmkarriere bereue er keinen Film. "Die sind alle unterschiedlich gemacht." Er habe aber einen Lieblingsfilm. Und zwar "Anonymus" aus dem Jahr 2011. In dem politischen Thriller geht es auch darum, ob die Werke von William Shakespeare wirklich von ihm selbst geschrieben wurden.  Roland Emmerich ist einer der Hauptredner auf der Digital- und Onlinemarketingmesse OMR in Hamburg. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören auch "The Day After Tomorrow", "The Patriot" und "Godzilla".  Am Mittwoch werden beim OMR-Festival in Hamburg neben anderen Heidi Klum und der einstige Football-Star Tom Brady erwartet. © dpa-infocom, dpa:260505-930-38177/1