Datum05.05.2026 15:48
Quellewww.zeit.de
TLDREin 39-Jähriger, mutmaßlich ein ehemaliger Hipp-Mitarbeiter, wurde in Österreich wegen dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft genommen. Er soll versucht haben, Hipp mit vergifteter Babykost zu erpressen. Sein Anwalt bestreitet die Vorwürfe. Ein Glas mit Rattengift wurde gefunden. Weitere Gläser tauchten in Tschechien und der Slowakei auf, ein sechstes wird in Österreich gesucht. Das deutsche Hipp-Sortiment ist nicht betroffen.
InhaltEin 39-Jähriger soll die Firma Hipp erpresst haben. Wegen dringenden Tatverdachts und Fluchtgefahr sitzt er nun in U-Haft. Sein Anwalt bestreitet die Vorwürfe. Der Verdächtige im Erpressungsfall um vergiftete Babykost des Herstellers Hipp befindet sich in Untersuchungshaft. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt in Österreich mitteilte, sah eine zuständige Richterin bei dem 39-Jährigen einen dringenden Tatverdacht sowie Verdunkelungs-, Tatbegehungs- und Fluchtgefahr. Die U-Haft gilt zunächst für 14 Tage. Der Tatverdächtige war am Samstag festgenommen worden. Als früherer Mitarbeiter der Firma Hipp soll er mehrere Gläser mit Babynahrung mit Rattengift präpariert und versucht haben, per Mail zwei Millionen Euro von seinem ehemaligen Arbeitgeber zu erpressen. Der Anwalt des Mannes bestätigte zwar, dass sein Mandant zuvor bei Hipp gearbeitet habe, jedoch wies er die Vorwürfe gegen ihn zurück. "Er hat nichts mit der Sache zu tun", sagte der Anwalt. Auch einen Bericht der österreichischen Kronen-Zeitung bestritt der Anwalt. Diesem zufolge soll der Mann Ende Februar seinen Arbeitsplatz bei Hipp verloren haben. Danach soll er aus Rache mehrere Gläser mit Rattengift versetzt und in Umlauf gebracht haben. Sein Mandant habe jedoch weder Erpressermails an Hipp geschrieben noch etwas mit den vergifteten Gläsern zu tun, sagte der Anwalt, der das Motiv der Rache zurückwies. Der Mann habe seinen Arbeitgeber in beidseitigem Einverständnis und nicht im Groll verlassen. Derweil wurde eines der Gläschen in der Nähe der österreichischen Stadt Eisenstadt gefunden. In dem Glas fanden die Ermittlungsbehörden 15 Mikrogramm Rattengift. Fachleute untersuchen derzeit, wie gefährlich die gefundene Dosis war. Vier weitere Gläser waren in Tschechien und der Slowakei aufgetaucht, nach einem sechsten wird in Österreich noch gesucht. Das deutsche Sortiment ist nach Angaben von Hipp nicht betroffen. Bereits im März soll die besagte Erpressermail in einem Sammelpostfach bei Hipp eingetroffen sein. Da dieses aber unregelmäßig kontrolliert werde, habe man das Schreiben erst im April entdeckt, sagte Geschäftsführer Stefan Hipp.