Datum05.05.2026 15:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRKöln behält die Bezeichnung "Spielplatz" bei und verzichtet auf "Spiel- und Aktionsfläche". Ein neuer Entwurf vereint ein modernes Design, das mit Kindern und Jugendlichen entwickelt wurde, mit der klassischen Aufschrift "Spielplatz". Diese Entscheidung beendet eine einjährige Debatte, die durch den Versuch ausgelöst wurde, den Begriff aus Gendersensibilität und Inklusionsgründen zu ersetzen.
InhaltMit Hinweistafeln für "Spiel- und Aktionsflächen" zettelte die Stadt Köln vergangenen Sommer einen Kulturkampf an. Nun soll der Spielplatz-Streit befriedet werden – mit neuen Schildern und einem alten Begriff. Wer sich in Kölner Sandkästen fragte, ob er künftig noch richtig ist, kann aufatmen: Die Stadtverwaltung möchte das Wort "Spielplatz" auf Schildern nun doch nicht ersetzen. Die heftig diskutierte Umbenennung der Anlagen zu "Spiel- und Aktionsflächen" ist damit vom Tisch. Das geht aus einer städtischen Mitteilung hervor. "An der Bezeichnung Spielplatz wird weiterhin festgehalten", heißt es in dem Schreiben, das vom Beigeordneten für Bildung, Jugend und Sport der Stadt, Robert Voigtsberger, unterzeichnet ist. Ein neues Design mit der klassischen Aufschrift "Spielplatz" ist dem Dokument gleich angehängt. Mehrere Kölner Medien berichteten. Der Hintergrund reicht rund ein Jahr zurück. Im Sommer 2025 war in Köln aus einem vermeintlich kleinen Verwaltungsvorgang eine hitzige Diskussion geworden, inklusive Spott und Witzchen. Der Komiker Guido Cantz etwa bezeichnete seine Heimat als "Hauptstadt der Bekloppten". Was war passiert? Die Kölner Verwaltung hatte ein neues Design für die Schilder an den mehr als 700 Spielplätzen der Stadt präsentiert. Auf das Wort "Spielplatz" wurde in dem Entwurf dabei bewusst verzichtet. Man wolle "dem erweiterten Inklusionsgedanken" Rechnung tragen, hieß es zur Begründung. Bei "Spielplatz" handle es sich um einen "eingrenzenden Begriff". Die neuen Schilder sollten mit "Spiel- und Aktionsfläche" überschrieben sein. Fast zwei Jahre zuvor hatte der Kölner Jugendhilfeausschuss die städtische Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein neues Spielplatzschild zu entwickeln. Zur Begründung hieß es dort, dass Spielplätze für Kinder, aber auch für Jugendliche da seien. Die veralteten Kölner Schilder suggerierten aber, dass Jugendliche sie nicht nutzen dürften. Als die Debatte über die "Spiel- und Aktionsfläche" hochkochte, griff die damalige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ein, bremste das Vorhaben aus und ging auf Distanz. Sie persönlich halte die Bezeichnung "Spielplatz" für klar und verständlich, teilte sie mit. Mittlerweile ist ihr Nachfolger Thorsten Burmester (SPD) im Amt. Nun ist offenbar eine Art Kompromiss beschlossen. Das neue Schild sieht modern aus und greift das Design auf, das gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelt worden war. Zugleich steht jetzt aber "Spielplatz" darüber und nicht mehr "Spiel- und Aktionsfläche". Dieses Design soll künftig für neue Spielplätze verwendet werden oder beim Austausch alter, beschädigter oder verschmutzter Schilder im alten Look. Nach Angaben der Kölner Stadtverwaltung soll der Spielplatzstreit damit gelöst sein.