Datum05.05.2026 14:28
Quellewww.zeit.de
TLDREin Ehepaar und ein weiterer Mann starten sich vor dem Berliner Landgericht für den Diebstahl und Hehlerei von Bronzestatuen und Kunstobjekten verantworten. Die Angeklagten sollen zwischen 2021 und 2025 zahlreiche Skulpturen, vor allem von Friedhöfen in Berlin und anderen Bundesländern, gestohlen oder angekauft und weiterverkauft haben. Die Staatsanwaltschaft fordert die Einziehung von Taterträgen in Millionenhöhe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Serienmäßiger Diebstahl von Bronzestatuen? Prozess beginnt“. Nach diversen Diebstählen von Bronzestatuen aus öffentlichen Parks und von Friedhöfen steht ein Ehepaar vor dem Berliner Landgericht. Der 68-Jährige und seine 63 Jahre alte Frau sollen in 39 Fällen Kunstobjekte gestohlen oder das Diebesgut von bislang unbekannten Tätern erworben haben. Mitangeklagt ist ein 56-Jähriger. Er soll gestohlene Skulpturen erworben haben. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Diebstahl sowie gewerbsmäßiger Hehlerei. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Ehepaar die Einziehung von Taterlösen in Höhe von rund 362.000 Euro beantragt, gegen den 56-Jährigen die Einziehung von rund 350.000 Euro. Der 56-Jährige kündigte an, dass er sich voraussichtlich am zweiten Prozesstag am 6. Mai (morgen) äußern werde. Es geht um Taten in der Zeit von 2021 bis 2025. In der Anklage werden unter anderem rund 40 Bronzestatuen im Wert von bis zu 100.000 Euro, diverse Reliefplatten und Zaunteile aufgelistet. Die meisten Objekte seien auf Friedhöfen in Berlin entwendet worden. Betroffen seien zudem Friedhöfe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Spätestens 2018 sollen der 68-Jährige und seine Frau mit bislang unbekannten Mittätern beschlossen haben, Kunstobjekte hauptsächlich von Friedhöfen zu stehlen und anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Der 68-Jährige sei für die Organisation der Taten verantwortlich gewesen - "er spähte die Tatörtlichkeiten aus und beschaffte die notwendigen Mittel für den Abtransport der teilweise bis zu 150 Kilogramm schweren Skulpturen", heißt es in der Anklage. Seine Ehefrau sei regelmäßig mit ihm zur Nachtzeit zu Tatorten gefahren. Diebesgut sei dann dem mutmaßlichen Hehler angeboten worden. Die Polizei fahndete immer wieder öffentlich nach den Kunstwerken. Hinweise führten auf die Spur der Angeklagten. Der Prozess ist bislang bis zum 2. Juli terminiert. © dpa-infocom, dpa:260505-930-37331/1