Pharmaindustrie: BioNTech plant Schließung mehrerer Standorte

Datum05.05.2026 13:01

Quellewww.zeit.de

TLDRBioNTech plant die Schließung mehrerer Produktionsstandorte, darunter Idar-Oberstein, Marburg und Singapur, da die Corona-Impfstoffproduktion vollständig an Pfizer übertragen wird. Bis zu 1.860 Arbeitsplätze könnten wegfallen. Die freiwerdenden Mittel sollen zukünftig in die Forschung und Entwicklung von mRNA-basierten Krebsmedikamenten fließen, ein Bereich, in dem das Unternehmen bis 2030 mehrere Zulassungsanträge erwartet.

InhaltDie Corona-Impfstoffproduktion des Pharmaunternehmens BioNTech wird künftig an den US-Partner Pfizer übertragen. Durch den Umbau könnten bis zu 1.860 Jobs wegfallen. Der Impfstoffhersteller BioNTech hat angekündigt, mehrere Produktionsstandorte zu schließen. Das Mainzer Unternehmen begründet diesen Schritt unter anderem mit der Einstellung seiner Corona-Impfstoffproduktion in Deutschland. Die Covid-Impfstoffherstellung werde komplett an den US-Partner Pfizer übertragen. Eine Unternehmenssprecherin sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Im ​Laufe des Jahres werden wir die ⁠letzten Chargen hier in Deutschland ​herstellen." Im Zuge ‌des ⁠Umbaus schließe das Unternehmen ​die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Singapur sowie die Standorte des übernommenen Tübinger Biotechnologieunternehmens CureVac. ​In Deutschland blieben neben dem Hauptsitz in Mainz künftig nur noch Berlin und München als reine Bürostandorte erhalten. Nach Angaben des Managements könnten dadurch insgesamt bis zu 1.860 Arbeitsplätze wegfallen. Vorgesehen ist demnach, die Standorte in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen bis Ende 2027 stillzulegen. Der Betrieb in Singapur soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 eingestellt werden. Für die betroffenen Standorte ist ein teilweiser oder vollständiger Verkauf vorgesehen. Nach Abschluss ​der Maßnahmen rechnet BioNTech ab 2029 mit jährlichen Einsparungen ⁠von ​rund 500 Millionen Euro. Die Mittel ‌sollen vollständig in die Forschung, Entwicklung und Markteinführung von Krebsmedikamenten auf mRNA-Basis fließen. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologiekandidaten gestellt haben. Angesichts der hohen Entwicklungskosten hatte BioNTech bereits das Vorjahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Für dieses Jahr rechnet der Pharmakonzern sowohl auf dem europäischen als auch auf dem US-amerikanischen Markt mit geringeren Umsätzen aus dem Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen. Für die Impfsaison 2026/27 werde die Entwicklung eines an Varianten angepassten Covid-19-Impfstoffs vorbereitet.