Datum05.05.2026 13:50
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Motiv für den Messerangriff auf drei Zeugen Jehovas am Würzburger Hauptbahnhof bleibt ungeklärt. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren eingestellt, da der 35-jährige Täter sich im Gefängnis das Leben nahm. Es gibt keine Hinweise auf religiöse Radikalisierung. Der Mann war zuvor mehrfach in psychiatrischen Kliniken untergebracht.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gewalttat“. Lesen Sie jetzt „Attacke auf Zeugen Jehovas - Motiv für Angriff bleibt unklar“. Mehr als zwei Monate nach dem Messerangriff auf Zeugen Jehovas am Würzburger Hauptbahnhof bleibt das Motiv des Täters wohl für immer ungeklärt. "Ein gesichertes Motiv konnte nicht festgestellt werden", teilte die Staatsanwaltschaft Würzburg mit. "Insbesondere konnten keine Beweise gesichert werden, die auf eine Radikalisierung, etwa im religiösen Bereich, hindeuten würden." Ob womöglich eine psychische Erkrankung des 35-Jährigen für den Tatentschluss eine Rolle gespielt habe, lasse sich nicht mehr mit Sicherheit beantworten. Das Ermittlungsverfahren sei mittlerweile eingestellt worden, da der Täter tot sei. Der 35-Jährige hatte sich nach Ermittlerangaben eine Woche nach der Tat in einer Gefängniszelle umgebracht. Der Afghane soll am 23. Februar am Hauptbahnhof drei ihm unbekannte Männer grundlos mit einem Messer attackiert haben, die sich an einem Stand der Zeugen Jehovas aufgehalten hatten. Die Opfer im damaligen Alter von 51, 55 und 68 Jahren wurden leicht verletzt. Die Zeugen Jehovas sind eine christliche Gemeinschaft mit eigener Bibel-Auslegung. Weltweit haben sie nach eigenen Angaben etwa 9,2 Millionen Mitglieder. Der Afghane war nach dem Angriff in Untersuchungshaft gekommen. Bei seiner Ankunft im Gefängnis gab es laut Justizvollzugsanstalt (JVA) keine Hinweise darauf, dass der geduldete Asylbewerber suizidgefährdet sein könnte. Der 35-Jährige wurde laut JVA am 26. Februar in eine Einzelzelle verlegt. Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es keine Anhaltspunkte für Versäumnisse seitens der JVA. "Insbesondere zeigte sich der Verstorbene während seiner Vorführung vor dem Ermittlungsrichter, während des Transports in die JVA und bei der dortigen Aufnahme in keiner Weise psychotisch." In den vergangenen Jahren war der 35-Jährige mehrmals in psychiatrischen Kliniken untergebracht. Laut Staatsanwaltschaft befand er sich 2024 und 2025 "aufgrund richterlicher Beschlüsse" in entsprechenden Kliniken in Lohr und in Würzburg. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. © dpa-infocom, dpa:260505-930-36941/1