EU-Kommissar Dan Jørgensen sieht Welt vor »schwerster Energiekrise aller Zeiten«

Datum05.05.2026 13:53

Quellewww.spiegel.de

TLDREU-Energiekommissar Dan Jørgensen warnt vor der schwersten Energiekrise weltweit, verschärft durch den Konflikt im Nahen Osten. Die EU gibt bereits mehr Geld für fossile Brennstoffe aus, ohne mehr zu erhalten. Die Blockade der Straße von Hormus beeinträchtigt Öl- und Flüssiggaslieferungen. Jørgensen rechnet mit jahrelanger Erholung der Gasproduktion und bereitet die EU auf mögliche Versorgungsengpässe, insbesondere bei Flugkraftstoff, vor.

InhaltDan Jørgensen warnt vor den Folgen des Irankriegs für europäische Verbraucher. Die EU bereite sich bereits auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff. Mut machen die Worte von Dan Jørgensen nicht: Laut dem Energiekommissar der Europäischen Union ist die Welt mit der "wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten" konfrontiert. "Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten", sagte er in Brüssel. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran hat Teheran den Schiffsverkehr durch diese Engstelle durch Drohungen und Angriffe praktisch zum Erliegen gebracht. Washington hat zudem eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Außerdem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt. Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Maßnahmen zur Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte der Politiker. "Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor." Zuletzt hatte der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 eine Energiekrise in Europa verursacht. Damals war es zu Versorgungsengpässen und massiven Preisanstiegen gekommen. Lesen Sie auch: Nur noch einmal am Tag dürfen laut einem neuen Gesetz die Preise an den Tankstellen erhöht werden. Eine Studie zeigt: Dadurch verdienen die Konzerne noch mehr.