Theater: Von Castorf bis Castingshow: Was das Berliner Ensemble plant

Datum05.05.2026 13:44

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Berliner Ensemble plant 16 Premieren in der neuen Spielzeit, darunter "Mephisto" von Frank Castorf und "Mutter Courage" von Ulrich Rasche. Fritzi Wartenberg thematisiert Model-Castingshows. Angesichts des Spardrucks erhöht das Theater die Aufführungszahl und Einnahmen durch zusätzliche Programme und kleine Formate. Intendant Oliver Reese betont die Wichtigkeit der Kultur für Berlin und warnt vor neuen Sparplänen nach den Wahlen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Theater“. Lesen Sie jetzt „Von Castorf bis Castingshow: Was das Berliner Ensemble plant“. Das Berliner Ensemble plant in der neuen Spielzeit 16 Premieren. Regisseur Frank Castorf zum Beispiel soll den Roman "Mephisto" von Klaus Mann auf die Bühne bringen. Ulrich Rasche nimmt sich Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" vor. Und Regisseurin Fritzi Wartenberg beschäftigt sich in "Leider kein Foto für dich" mit dem Phänomen der Model-Castingshow, wie das Theater ankündigte. Eröffnet wird die Saison mit Peter Handkes "Schnee von gestern, Schnee von morgen". Auf den Spardruck hat das Haus reagiert, indem es deutlich mehr Aufführungen organisiert als früher. Im vergangenen Jahr hätten sie 75 Vorstellungen mehr gespielt als im Vorjahr, sagte Intendant Oliver Reese. Knapp 230.000 Besuche wurden gezählt - etwa 40.000 mehr als noch ein Jahr davor. "Wir haben angefangen, auch die Sonntagnachmittage zu bespielen, beispielsweise mit der Gesprächsreihe mit Robert Habeck", sagte Reese. Außerdem hätten sie Endproben in öffentliche Proben und Voraufführungen umgewandelt und zusätzlich kleinformatige Produktionen entwickelt. "Katharina Thalbach liest: Kästners Berlin" etwa könne das Theater unaufwändig auf der Vorbühne zeigen. "Das Gleiche gilt für „De Profundis“, bei dem Jens Harzer nur auf 1,30 Meter mal 1,30 Metern spielt", sagte Reese. "So ist es uns gelungen, die Zahl der Schließtage insgesamt zu reduzieren, mehr Vorstellungen zu spielen und entsprechend höhere Einnahmen zu erzielen." Der Theaterchef warnt angesichts der anstehenden Wahlen in Berlin, die Bedeutung der Kultur zu unterschätzen. "Berlin ist gerade durch seine enorm vielfältige Kulturlandschaft ein Anziehungspunkt", sagte Reese der Deutschen Presse-Agentur. "In der Stadt gibt es auch viel Roughness und Hässlichkeit, es gibt zahlreiche Probleme. Aber die Kultur blüht." Deswegen kämen Touristinnen und Touristen in die Stadt, auch deswegen hätten sie so viele Besucherinnen und Besucher. Es bleibe die Sorge, dass mit einer neuen Regierung neue Sparpläne aufkämen, mahnte Reese. Berlin wählt im September das nächste Abgeordnetenhaus. © dpa-infocom, dpa:260505-930-36863/1