Datum05.05.2026 12:38
Quellewww.zeit.de
TLDRMinisterpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verabschiedet sich mit gemischten Gefühlen von der medialen Öffentlichkeit. Er räumt ein, dass die wöchentlichen "Fragereien" ihn nervten, betonte aber auch ihren Nutzen für seine Bekanntheit. Trotzdem sei das wöchentliche "Durch-den-Fleischwolf-Drehen" anstrengend gewesen. Er werde die langjährigen Journalisten vermissen, nicht aber das Amt selbst. Kretschmann kritisierte zudem das Durchstechen von Informationen aus dem Regierungsbetrieb.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Abschied“. Lesen Sie jetzt „Kretschmann über nervige Fragen von Journalisten“. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich nach seiner letzten Kabinettssitzung mit gemischten Gefühlen von der medialen Öffentlichkeit verabschiedet. Ihn habe die wöchentliche "Fragerei zu allem und jedem" genervt, räumte der 77-Jährige vor Journalisten auf Nachfrage bei der wöchentlichen Landespressekonferenz ein. Aber er habe auch von diesem Format profitiert - dadurch sei er jede Woche unglaublich präsent gewesen in der Öffentlichkeit, was ihn bekannt gemacht habe. Trotzdem sei es nervig, jede Woche "durch den Fleischwolf" gedreht zu werden. "Das ganze Ding vermisse ich natürlich nicht, sonst hätte ich ja nicht aufgehört", sagte der Noch-Regierungschef. Aber ihm würden die Journalisten fehlen, die er teils sehr lange kenne. Am 13. Mai soll Cem Özdemir (Grüne) zu Kretschmanns Nachfolger gewählt werden. Kretschmann leitete seit 2011 nach Angaben des Staatsministeriums mehr als 500 Kabinettssitzungen. Nach der Sitzung begab sich der Ministerpräsident in die wöchentliche Landespressekonferenz, um sich den Fragen der Journalisten zu stellen - das gibt es anderswo in der Republik in dieser Form so nicht. Er müsste lügen, wenn er sagen würde, er sei immer entspannt in die Landespressekonferenz gegangen, sagte Kretschmann. "Die Fettnäpfchen sind gut verteilt." Er könne sich nicht erinnern, dass er mal "innerlich ausgerastet" wäre angesichts einer Frage der Presse, sagte Kretschmann. Es habe ihn aber geärgert, wenn Sachen aus dem Regierungsbetrieb durchgestochen worden seien und er dann dazu Fragen beantworten musste. "Das kann gutes Regieren behindern." © dpa-infocom, dpa:260505-930-36357/1