Datum05.05.2026 12:22
Quellewww.spiegel.de
TLDRSudan beschuldigt die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Äthiopien, Drohnenangriffe auf seine Hauptstadt Khartum zu unterstützen. Die sudanesische Armee behauptet, Beweise zu haben, dass Drohnen, die vom äthiopischen Flughafen Bahir Dar gestartet sind, von den VAE bereitgestellt wurden. Dies ist eine Eskalation im andauernden Konflikt zwischen Sudans Armee und den RSF-Milizen, wobei die VAE seit Langem einer Unterstützung der RSF beschuldigt werden. Der Sudan droht mit Vergeltung, während die VAE die Anschuldigungen bestreiten.
InhaltDen Vereinigten Arabischen Emiraten wird seit Langem eine Unterstützung der RSF-Miliz vorgeworfen, die erbittert gegen Sudans Armee kämpft. Nun will das Militär konkrete Beweise haben. Sudans Militär will konkrete Beweise dafür haben, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Äthiopien aktiv in den Konflikt der sudanesischen Armee mit den abtrünnigen Rapid Support Forces (RSF) eingreifen. Wie ein Militärsprecher mitteilte, sollen mehrere Drohnen, die zuletzt etwa auf den Flughafen von Sudans Hauptstadt Khartum zielten, vom äthiopischen Flughafen Bahir Dar gestartet worden sein. Die Fluggeräte sollen demnach von den VAE bereitgestellt worden sein. Die Armee stützt ihre Vorwürfe nach eigenen Angaben auf eine Auswertung der Flugdaten und eine Untersuchung einer Drohne, die Mitte März in den sudanesischen Luftraum eingedrungen war. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. "Was Äthiopien und die VAE getan haben, ist eine direkte Aggression gegen den Sudan und wird nicht unbeantwortet bleiben", sagte der Armeeprecher. "Wir wollen gegen kein Land einen Angriff starten, aber wer uns angreift, wird eine Antwort erhalten", drohte auch der sudanesische Außenminister Mohi al-Din Salem. Sudans Armee beschuldigten die VAE seit Langem, die RSF militärisch zu unterstützen. Auch Experten der Uno und Vertreter von Menschenrechtsgruppen warfen Abu Dhabi vor, der Miliz Waffen zu liefern. Die VAE bestreiten die Anschuldigungen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete im Frühjahr darüber hinaus, dass Äthiopien ein Lager zur Ausbildung von Tausenden Kämpfern für die RSF unterhalte und den nahe gelegenen Flughafen Asosa für Drohneneinsätze ausgebaut habe. Der Flughafen von Khartum war am Montag Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Nach Armeeangaben wurde das Gerät jedoch abgeschossen und erreichte den Flughafen nicht. Der Vorfall hatte dennoch neue Fragen über die Sicherheitslage in der Hauptstadt aufgeworfen. Khartum war seit der Wiedereroberung durch die Armee im vergangenen Jahr weitestgehend von erneuten Kampfhandlungen verschont geblieben. Obwohl am schwer beschädigten Flughafen weiterhin kein normaler Flugbetrieb läuft, war im Februar erstmals wieder ein kommerzieller Flug dort gelandet. Die Armee will den Betrieb perspektivisch wieder aufnehmen. Die sudanesischen Streitkräfte liefern sich seit April 2023 einen Kampf gegen die RSF. Seit Beginn des Konflikts wurden laut Beobachtern mindestens 59.000 Menschen getötet. Die Zahl könnte allerdings noch weit höher liegen. Sowohl die Armee als auch die RSF stehen unter dem Verdacht, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Nachdem die Miliz aus Khartum verdrängt wurde, hat sie ihre Kontrolle über die Region Darfur im Westen gefestigt. Hilfsorganisationen zufolge wird in dem Konflikt Hunger gezielt als Waffe eingesetzt und die Agrarproduktion zerstört. Die Lage im Sudan sei eine der schwersten humanitären Notlagen der Welt, heißt es in einem Bericht, der unter anderem von Action Against Hunger, CARE International und der norwegischen Flüchtlingshilfe NRC erstellt wurde. Sudan erlebt die größte humanitäre Krise unserer Zeit. In dieser Ausgabe vom Podcast "Acht Milliarden" spricht Juan Moreno mit Muriel Kalisch, die für den SPIEGEL über diesen Konflikt berichtet: Was die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Sudankrieg zu tun haben