Eltern im Beruf: Mütter von Kleinkindern sind deutlich seltener erwerbstätig als Väter

Datum05.05.2026 09:13

Quellewww.zeit.de

TLDRMütter von Kleinkindern sind mit 39,7 % deutlich seltener erwerbstätig als Väter (88,7 %). Diese Lücke besteht seit 2015 unverändert. Mütter leisten weiterhin den Großteil der Sorgearbeit, da die Kinderbetreuungssituation unzureichend ist. Erst bei älteren Kindern steigt die Erwerbstätigkeit von Müttern deutlich an. Das Alter der Kinder hat kaum Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von Vätern.

InhaltWährend fast 90 Prozent der Väter mit Kleinkindern arbeiten, ist es bei den Müttern nur etwa jede Dritte. Seit 2015 hat sich an dieser Diskrepanz kaum etwas geändert. Mütter von Kleinkindern leisten nach wie vor den größeren Anteil an Sorgearbeit und sind deutlich seltener erwerbstätig als Väter in vergleichbaren Familiensituationen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im vergangenen Jahr 39,7 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren berufstätig. Bei Vätern, die mit einem oder mehreren Kindern unter drei Jahren im Haushalt lebten, lag die Erwerbstätigenquote dagegen bei 88,7 Prozent und damit mehr als doppelt so hoch. Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat sich der Anteil erwerbstätiger Mütter mit Kindern unter drei Jahren kaum verändert. Im Jahr 2015 lag ihre Erwerbstätigenquote bei 36 Prozent. Auch bei den Vätern blieb sie im selben Zeitraum nahezu konstant: Im Jahr 2015 waren 89,5 Prozent von ihnen erwerbstätig. Mit zunehmendem Alter der Kinder steigt die Erwerbstätigkeit von Müttern deutlich an. So waren 2025 laut dem Statistikamt 71,2 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren berufstätig. Bei Vätern hat das Alter der Kinder dagegen kaum Einfluss auf die Erwerbstätigkeit. Ihre Erwerbstätigenquote lag bei minderjährigen Kindern mit 91,4 Prozent nur geringfügig höher als bei Vätern mit Kindern unter drei Jahren. Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, sagte: "Diese Zahlen spiegeln einerseits die von der Forschung oft belegte ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen." Zudem zeige sich, "dass die Betreuungssituation trotz des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung nach dem ersten Lebensjahr des Kindes nicht ausreichend ist. (...) Ausbaden müssen das vor allem die Mütter."