Gestiegene Kerosinpreise: Reiseanbieter wollen keine Nachzahlung für gebuchte Reisen verlangen

Datum05.05.2026 08:34

Quellewww.zeit.de

TLDRGroße deutsche Reiseveranstalter wie TUI, Alltours und Dertour verzichten trotz stark gestiegener Kerosinpreise auf Nachzahlungen für bereits gebuchte Reisen. Sie lehnen nachträgliche Preiserhöhungen und Stornierungen ab. Zukünftige Buchungen könnten jedoch teurer werden, falls die hohen Kerosinpreise andauern. Die Veranstalter bestätigen, dass Urlaubsreisen wie geplant stattfinden sollen und Kapazitäten stabil bleiben. Die gestiegenen Kerosinpreise resultieren aus Konflikten in der Golfregion und weltweiten Lieferengpässen.

InhaltDie Teuerung von Kerosin wollen die großen deutschen Reiseveranstalter nicht an Kundinnen weitergeben. Nachzahlungen und Streichungen von Buchungen stehen nicht bevor. Die großen deutschen Reiseveranstalter wollen einem Medienbericht zufolge trotz der steigenden Kerosinpreise keine Nachzahlungen für gebuchte Reisen verlangen. Man werde die Preise für bereits gebuchte Reisen nicht nachträglich erhöhen, berichteten die Anbieter TUI, Alltours und Dertour dem Tagesspiegel in einer Umfrage. Zukünftige Buchungen könnten jedoch im Preis steigen. "Im Moment steigt der Kerosinpreis", sagte der Chef der Rewe-Touristiktochter Dertour Group, Christoph Debus. "Wenn dies auf dem Niveau bleibt, können wir Kostensteigerungen für zukünftige Buchungen nicht ausschließen." Reiseveranstalter können den Reisepreis nachträglich erhöhen, wenn dies im Vertrag vereinbart wurde und gestiegene Kosten wie Kerosin es nachweislich erfordern. Ein solcher Preisaufschlag muss allerdings spätestens 20 Tage vor Reisebeginn mitgeteilt werden. Bei Aufschlägen von mehr als acht Prozent haben die Kunden ein Sonderrücktrittsrecht. Laut den befragten Unternehmen sollen Urlaubsreisen nicht ganz gestrichen werden. "Bei uns fällt nichts aus", sagte TUI-Sprecher Aage Dünhaupt. "Wir gehen davon aus, dass unsere Gäste wie geplant ihren gebuchten Sommerurlaub genießen können", sagte Alltours-Sprecher Jens Völmicke. "Für die Sommerferien und den Herbst rechnen wir derzeit mit einer insgesamt stabilen Kapazität", sagte Dertour-Chef Christoph Debus. Sollten sich aufgrund von Kerosinmangel Änderungen im Flugplan ergeben, informiere man die Gäste umgehend und suche nach Flugalternativen. Wegen des Irankriegs und der Beeinträchtigungen von Ölanlangen in der Golfregion sowie des Transports sind die Kerosinpreise stark gestiegen. Außerdem ist der weltweit verfügbare Treibstoff dadurch knapper geworden.