Datum05.05.2026 08:25
Quellewww.spiegel.de
TLDREin mutmaßlicher Brandstifter, der für die verheerenden Feuer in Pacific Palisades im letzten Jahr angeklagt ist, soll Groll auf Reiche gehegt haben. Laut Gerichtsunterlagen suchte der Angeklagte vor der Tat online nach Wegen, "Milliardäre zu stürzen". Er soll zudem Luigi Mangione bewundert haben, der eines Versicherungschefs Mord vorgeworfen wird. Der Brandstifter, Jonathan R., muss sich ab dem 8. Juni vor Gericht verantworten. Er bestreitet die Vorwürfe.
Inhalt"Stinksauer auf die Welt": Vor dem Prozess im Fall der Brände in Los Angeles gibt es neue Details zu dem Verdächtigen. Er soll Luigi Mangione bewundert haben, dem die Tötung eines Versicherungschefs vorgeworfen wird. Der Mann, der die verheerenden Feuer in einem Nobelvorort von Los Angeles im vergangenen Jahr gelegt haben soll, hegte der US-Bundesstaatsanwaltschaft zufolge einen Groll gegen Reiche. Zwei Wochen vor der Tat in Pacific Palisades seien im Internet-Suchverlauf des Angeklagten Anfragen wie "lasst uns alle Milliardäre stürzen" aufgetaucht, hieß es in Gerichtsunterlagen. Der mutmaßliche Brandstifter soll zudem Luigi Mangione bewundert haben, dem vorgeworfen wird, im Dezember 2024 einen Versicherungschef in New York erschossen zu haben. Der Angeklagte Jonathan R. muss sich ab dem 8. Juni vor Gericht wegen des Entfachens der Brände in dem Nobelvorort verantworten, bei denen zwölf Menschen ums Leben gekommen waren. Mutmaßlich habe 29-Jährige, der zum Zeitpunkt der Tat als Fahrer für den Taxi-Dienst Uber arbeitete, das Feuer in der Silvesternacht zum Jahresbeginn 2025 kurz nach Mitternacht an einem beliebten Wanderweg gelegt, kurz nachdem er Gäste in Pacific Palisades abgesetzt habe. Der Staatsanwaltschaft zufolge war R. wutentbrannt über den Kapitalismus. Fahrgäste des Angeklagten vom 31. Dezember 2024 und 1. Januar 2025 hätten ihn als "wütend" beschrieben. Er sei "unberechenbar" gefahren und habe darüber geschimpft, dass er "stinksauer auf die Welt" sei, zudem habe er über Luigi Mangione, den Kapitalismus und Selbstjustiz gesprochen, hieß es in den Gerichtsunterlagen. Weiter hieß es, die Ermittler hätten den Angeklagten bei einem Verhör gefragt, warum jemand Brandstiftung in Pacific Palisades begehen könnte. R. antwortete demnach, ein möglicher Brandstifter könnte von Groll gegen Reiche motiviert sein, da "wir im Grunde von ihnen versklavt werden". Außerdem gaben die Ermittler an, dass Rinderknecht wegen einer gescheiterten Beziehung verzweifelt und wegen geplatzter Silvesterpläne verärgert gewesen sei. R. bestreitet die Vorwürfe. "Mein Mandant beteuert wie von Anfang an seine Unschuld, und wir freuen uns darauf, seinen Namen vor Gericht reinzuwaschen", teilte sein Anwalt Steve Haney am Sonntag in einer E-Mail mit. "Das angeführte Motiv, mein Mandant habe an Silvester ein Feuer gelegt, weil er kein Date hatte, spricht für sich." Der Brand in Pacific Palisades war zunächst von der Feuerwehr eingedämmt worden, glomm jedoch am Boden weiter und wurde mutmaßlich durch starken Wind rund eine Woche später wieder angefacht. Das Palisades-Feuer breitete sich weiter nach Westen bis nach Malibu aus. Zwölf Menschen kamen ums Leben und Tausende Häuser wurden zerstört. Lesen Sie hier , wie es Menschen in Los Angeles nach der Brandkatastrophe geht.