Elon Musk akzeptiert 1,5 Millionen Dollar Bußgeld wegen Kursmanipulation

Datum05.05.2026 08:29

Quellewww.spiegel.de

TLDRElon Musk zahlt 1,5 Millionen Dollar Strafe wegen verspäteter Offenlegung seiner Aktienkäufe bei Twitter. Die SEC bot diese geringe Summe zu Verhandlungszwecken an, obwohl Musk durch die Verzögerung schätzungsweise 150 Millionen Dollar sparte. Ein Richter muss der Vereinbarung noch zustimmen. Musk sah sich bereits mit einer separaten Juryklage wegen irreführender Aussagen während der Twitter-Übernahme konfrontiert.

InhaltIn der Affäre um Rechtsverstöße im Zusammenhang mit der Übernahme von Twitter kommt Elon Musk spottbillig davon. Ganz beendet ist das juristische Nachspiel für den US-Milliardär aber noch nicht. Der US-Milliardär Elon Musk hat eingewilligt, 1,5 Millionen Dollar Strafe wegen einer verspäteten Mitteilung zur Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter zu zahlen. Musks Fonds-Gesellschaft erklärte sich am Montag zur Zahlung dieser eher lächerlichen Summe zur Beilegung des Verfahrens bereit. Die Börsenaufsicht SEC hatte dies angeboten, obwohl sein unlauteres Vorgehen bei der Twitter-Übernahme Musk den Angaben zufolge Mehrkosten in Höhe von 150 Millionen Dollar gespart hatte. Auch auf ein Schuldeingeständnis verzichtete die Behörde. Der zuständige Richter muss der Vereinbarung noch zustimmen. Die SEC wirft dem Multiunternehmer vor, im großen Stil Twitter-Aktien gekauft zu haben, bevor er das Online-Netzwerk 2022 offiziell für 44 Milliarden Dollar übernahm. Gesetzlich sind Investoren verpflichtet, innerhalb von zehn Tagen offenzulegen, wenn sie durch Aktienkäufe ihre Anteile an einem Unternehmen auf über fünf Prozent steigern. Im Fall der Twitter-Übernahme hatte Musk diese Frist um elf Tage verstreichen lassen. Der SEC zufolge ermöglichte die verzögerte Offenlegung der sich anbahnenden Übernahme, dass Musk Aktien zu niedrigeren Preisen kaufen konnte, da die verkaufenden Aktionäre nicht wussten, was vor sich ging. Dennoch bot die Behörde die Beilegung des Verfahrens an. Erfolgt die richterliche Zustimmung, müsste Musk von den eingesparten 150 Millionen Dollar nichts zurückzahlen. Die Klage gegen Musk war wenige Tage vor dem Ausscheiden des damaligen US-Präsidenten Joe Biden aus dem Amt eingereicht worden. Musk, damals ein enger Verbündeter von Bidens Nachfolger Donald Trump, hatte versucht, die Klage abweisen zu lassen, doch ein Bundesrichter wies diesen Antrag im Februar zurück. In einem separaten Gerichtsverfahren in Kalifornien war eine Jury im März zu dem Schluss gekommen, dass Musk die Twitter-Investoren während der chaotischen Übernahme im Jahr 2022 durch irreführende Beiträge auf der Plattform getäuscht habe. Der Schadensersatz in diesem Fall könnte sich auf rund zwei Milliarden Dollar belaufen. Musks Anwälte haben angekündigt, in Berufung zu gehen.