Datum05.05.2026 08:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRWu Yize gewann die Snooker-WM und besiegte Shaun Murphy im Finale 18:17. Mit 22 Jahren ist er zweitjüngster Weltmeister und setzt Chinas Dominanz fort, da sein Landsmann Zhao Xintong letztes Jahr gewann. Das dramatische Finale wurde im Deciding Frame entschieden.
InhaltIn einem dramatischen Finale hat sich Shootingstar Wu Yize gegen den Briten Shaun Murphy durchgesetzt und die Snooker-WM zum zweiten Mal in Folge für China entschieden. Jünger als der 22-Jährige war dabei bisher nur einer. Der chinesische Shootingstar Wu Yize hat erstmals in seiner Karriere die Snooker-Weltmeisterschaft gewonnen. Der 22-Jährige setzte sich im englischen Sheffield in einem bis zum letzten Frame offenen Finale 18:17 gegen Lokalmatador Shaun Murphy durch. Gespielt wurde im Format "Best of 35 Frames". Yize folgt auf seinen Landsmann Zhao Xintong, der im Vorjahr Mark Williams aus Wales bezwungen hatte (18:12). "Ich glaube, entscheidend war der Glaube", sagte der Gewinner unmittelbar nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn. "Seit Jahren habe ich daran gearbeitet – und ich bin glücklich darüber, es ins Ziel gebracht zu haben." In den vergangenen Monaten habe er immer nach demselben Rhythmus gelebt, wird der 22-Jährige ergänzend bei "Eurosport" zitiert; nach dem Duell wolle er unbedingt Schlaf nachholen. Die Entscheidung im Crucible Theatre fiel in der vierten Session des Finales, nachdem sich Murphy – Weltmeister von 2005 – in der Nachmittagssession herangearbeitet hatte und auf 12:13 verkürzen konnte. Nach dem ersten Tag hatte Yize bereits mit 10:7 in Führung gelegen, trotz eines Fehlstarts. Zum ersten Mal seit 2002 wurde der Weltmeister auf dramatische Weise im Deciding Frame gekürt. Damit tritt Wu in die Fußstapfen von Zhao Xingtong. Als erster Asiate der Geschichte hatte sich der 29 Jahre alte Chinese im Vorjahr durchgesetzt und so ein neues Zeitalter eingeläutet – die Dominanz der Insel und ihrer Altmeister scheint endgültig durchbrochen. Dies gelang Wu nicht nur über das gesamte Turnier, sondern vor allem auch im Endspiel in beeindruckender Manier: Wenn der junge Spieler die Nerven am Tisch verlor, fand er sie im Anschluss immer wieder. Erst verspielte er eine 3:0-Führung, beendete dann Tag eins mit einer Führung. Er kassierte fünf Frames in Folge, dann gehörten ihm die nächsten vier. In der abschließenden Abendsession schenkten sich die Kontrahenten nichts mehr, mit dem besseren Ende für Wu. "Ich hasse es, recht zu haben", sagte Murphy nach dem Endspiel: "Ich habe schon früh in der Saison gesagt, er wird eines Tages Weltmeister sein. Leider ist es heute schon geglückt. Ich hatte nicht mehr zu geben, ich hätte es nicht härter versuchen können." Wie es ist, eine Weltmeisterschaft mit 22 Jahren zu gewinnen, weiß auch Murphy: Ausgerechnet den Briten löste Wu nun als zweitjüngster Titelträger der Geschichte ab. Bei seinem WM-Triumph 2005 war Murphy 22 Jahre und 265 Tage alt – eine Marke, die Wu um 63 Tage unterbot. Jünger war 1990 nur der Schotte Stephen Hendry mit 21 Jahren und 106 Tagen.