Datum05.05.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsens Innenminister hat 15 neue Löschfahrzeuge für den Katastrophenschutz übergeben, um auf die Waldbrandsaison vorbereitet zu sein. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Großbrandes in der Böhmischen Schweiz und eines Feuers auf munitionsbelastetem Gelände in Brandenburg. Sachsen hat zudem seine Luftunterstützung Kapazitäten ausgebaut. Die Zusammenarbeit mit Tschechien wurde nach Waldbränden 2022 verbessert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Katastrophenschutz“. Lesen Sie jetzt „Brand in Böhmischer Schweiz: Sachsen sieht sich gerüstet“. Die Waldbrandsaison hat begonnen: Während im Nationalpark Böhmische Schweiz seit dem Wochenende ein Großaufgebot an Einsatzkräften gegen ein Feuer kämpft, sieht man sich auf sächsischer Seite gut aufgestellt. Insgesamt fünfzehn neue Löschfahrzeuge hat Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) am Montag in den Dienst der Landkreise übergeben. Insgesamt hat der Freistaat im Rahmen seines Waldbrandschutzkonzepts "vier geländegängige Kommandowagen, 15 Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand und sechs Großtanklöschfahrzeuge" angeschafft, teilte das Staatsministerium des Innern (SMI) auf dpa-Anfrage mit. Zusätzlich seien "Einheiten für die Luftunterstützung im Aufbau". Aktuell nutze Sachsen Hubschrauber der Landespolizei, die bis zu 300 Liter Wasser transportieren können. Drei neue Hubschrauber sollen künftig allerdings bis zu 800 Kilogramm Last in die Luft bringen können, so das Innenministerium weiter. Tschechien hatte für die Bekämpfung des Feuers nahe der sächsischen Grenze bei Jetrichovice Luftunterstützung aus der Slowakei angefordert. Zwei mittelgroße Transporthubschrauber des Typs Sikorsky UH-60 Black Hawk sollten gegen Mittag eintreffen. Mindestens acht Helikopter sollten Wasser aus der Luft abwerfen. 400 Feuerwehrkräfte waren im Umfeld des Feuers im Einsatz. Ein Gesuch nach Unterstützung von sächsischer Seite hat es laut Innenministerium nicht gegeben. Bereits seit dem Großbrand im Nationalparkgebiet auf beiden Seiten der Grenze im Jahr 2022 seien aber die Meldeketten aktualisiert worden, so das SMI. Im Rahmen eines laufenden EU-Förderprojektes sollen Zusammenarbeit und Informationsaustausch zwischen den Leitstellen beider Länder zudem weiter verbessert werden. "Die neuen Kommunikationswege zeigen bereits in der aktuellen Lage ihre Wirkung", so das SMI weiter. Ebenfalls seit dem Wochenende kämpfen Einsatzkräfte im Südwesten Brandenburgs gegen ein Feuer auf einem munitionsbelasteten Gelände. Der Brand auf einem alten Truppenübungsgelände nahe Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) hatte eine Fläche von rund 150 Hektar erreicht, konnte nach Angaben der Feuerwehr aber am Montag eingedämmt werden. Im vergangenen Jahr standen Einsatzkräfte in der Gohrischheide im sächsischen Kreis Meißen unweit der Grenze zu Brandenburg vor ganz ähnlichen Herausforderungen. Das munitionsbelastete Areal ist seit Jahren als Problemgebiet bekannt: "Wir können nicht überall hinfahren, wo es brennt", beschrieb Sachsenforst‑Sprecher Marco Horn zuletzt die Lage. Denn die Explosionsgefahr ist für die Einsatzkräfte schlicht zu groß. Das Feuer in der Gohrischheide, das im vergangenen Sommer wochenlang wütete, war nach Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft durch Selbstentzündung der dort im Boden befindlichen Munition verursacht worden. Nicht erst seit dieser Erkenntnis wird politisch über die Frage diskutiert, ob die Munitionsfläche zumindest teilweise geräumt werden kann. Das Umweltministerium hatte zuletzt erklärt, einzelne Flächen in der Gohrischheide zum Schutz der Einsatzkräfte von alter Munition befreien zu wollen. Eine Räumung des kompletten, 2.000 Hektar großen Gebiets hatte Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) aus Kostengründen jedoch abgelehnt. Auch die Idee eines gepanzerten, unbemannten Löschfahrzeugs sei zudem nach wie vor Teil einer laufenden "Risikoanalyse" hieß es im März aus dem Landratsamt in Meißen. © dpa-infocom, dpa:260505-930-34635/1