Datum05.05.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRNach dem Tod einer Mutter und ihrer beiden Kinder bei einem Unfall in Esslingen wird das Urteil gegen den Fahrer neu verhandelt. Er erhielt eine Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung. Angehörige der Opfer und die Staatsanwaltschaft legten Rechtsmittel ein, da sie das Strafmaß als zu gering empfinden. Das Landgericht Stuttgart wird nun in zweiter Instanz über den Fall entscheiden, ob der Fahrer die Bewährungsauflagen einhält oder ein höheres Strafmaß droht.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verfahren vor Landgericht“. Lesen Sie jetzt „Nach Bewährungshaft wegen Unfalltoten: Verfahren geht weiter“. Nach dem Tod einer jungen Mutter und ihrer beiden kleinen Söhne bei einem Autounfall wird sich ein weiteres Gericht mit dem Fall und der Bewährungsstrafe gegen den Fahrer befassen. Mehrere Prozessbeteiligte haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Nach dem tödlichen Unfall in Esslingen nahe Stuttgart war der Fahrer zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Angehörige der Toten hatten das Strafmaß als "Frechheit" kritisiert. Die Staatsanwaltschaft hat laut Amtsgericht ebenso Berufung gegen das Urteil eingelegt wie zwei Familienmitglieder der Opfer, die als Nebenkläger beteiligt sind. Der Angeklagte werde noch entscheiden, ob er mit einer Berufung oder durch eine Revision gegen das Urteil vorgehe, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts. "Nach derzeitigem Stand wird das Verfahren damit in zweiter Instanz als Berufung vor dem Landgericht Stuttgart geführt", sagte er weiter. Das Amtsgericht hatte den 55-Jährigen vor eineinhalb Wochen der fahrlässigen Tötung in drei Fällen schuldig gesprochen. Sollte sich der Mann an die Bewährungsauflagen halten, muss er also nicht ins Gefängnis. Seinen Führerschein muss er aber für mindestens drei Jahre abgeben. Der Mann soll laut Anklage Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt haben. Dort erfasste er mit dem Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt. © dpa-infocom, dpa:260505-930-34358/1