BBC: Sparpläne treffen vor allem den News-Bereich mit Kürzung um 15 Prozent

Datum04.05.2026 21:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie BBC plant bis 2028 Kosteneinsparungen von 600 Millionen Pfund und 2000 Stellen. Der News-Bereich ist mit einer geforderten Reduktion um 15 Prozent am stärksten betroffen. Stellenstreichungen sind unvermeidlich. Die genauen Maßnahmen werden im September bekannt gegeben. Der neue BBC-Chef Matt Brittin muss zudem die Finanzierungsgrundlage bis 2027 neu verhandeln, da das aktuelle Modell der Licence Fee als überholt gilt.

InhaltDer öffentlich-rechtliche Rundfunk im Vereinigten Königreich will bis 2028 rund 600 Millionen Pfund und 2000 Stellen einsparen. Am härtesten trifft es den News-Bereich. Hier plant der Sender eine Kostenreduktion um 15 Prozent. Die anstehenden Sparrunden bei der britischen BBC werden den Nachrichten- und Informationsbereich der öffentlich-rechtlichen Anstalt deutlich härter als andere Abteilungen treffen. BBC-News-Chef Richard Burgess kündigte vor Mitarbeitenden an, vom News-Bereich würde eine Kostenreduktion um rund 15 Prozent erwartet. Dabei seien Stellenstreichungen unvermeidlich. Die BBC will bis 2028 über alle Bereiche hinweg zehn Prozent Kosten einsparen. Laut dem jüngsten Jahresbericht der BBC hat der Sender 2024/25 rund 324 Millionen britische Pfund (rd. 375 Mio. Euro) für die aktuelle Berichterstattung ausgegeben, davon entfällt das meiste auf die Gehälter der rund 800 festangestellten Journalistinnen und Journalisten. Im April hatte die BBC einen drastischen Sparplan verkündet, mit dem in den nächsten zwei Jahren die Gesamtkosten um rund 600 Millionen Pfund (rund 695 Mio. Euro) gesenkt werden sollen. Die konkrete Umsetzung ist aber noch offen. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Nach Senderangaben werde erst im September konkret feststehen, wo wie viel Personal abgebaut wird. Dass die schlechten Nachrichten kurz vor dem Amtsantritt des neuen BBC Director General Matt Brittin verkündet werden, ist Beobachtern zufolge kein Zufall. Der frühere Top-Manager von Google soll demnach nicht gleich zu Beginn beschädigt werden. Brittins Hauptaufgabe wird dennoch die Umsetzung der Sparmaßnahmen sein. Außerdem muss er mit der britischen Regierung bis 2027 eine neue Finanzierungsgrundlage für die BBC aushandeln. Dann nämlich läuft die aktuelle gesetzliche Grundlage aus. Bislang wird die werbefreie BBC hauptsächlich über eine gerätegebundene Fernsehgebühr, die sogenannte Licence Fee, finanziert. Für die alleinige Nutzung der BBC-Hörfunkangebote wird keine Gebühr fällig – sie werden aber ebenfalls aus der Licence Fee bezahlt. Weil immer mehr Menschen die Zahlung der 180 Pfund (ca. 210 Euro) pro Jahr verweigern, gilt dieses Modell als überholt. Als Alternative wird auch ein Umstieg auf einen wohnungsbezogenen Rundfunkbeitrag wie in Deutschland diskutiert. Auch Abonnement-Modelle wie bei Streamingdiensten sind im Gespräch. In Zeiten von Populismus und Fake News braucht es denn öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch in Deutschland mehr denn je. Doch die Sender ARD und ZDF gelten als teuer, träge und belehrend. Statt überfällige Reformen anzustoßen, klammern sich Intendanten an das umstrittene Beitragssystem. Lesen Sie hier mehr dazu .