Datum04.05.2026 16:40
Quellewww.zeit.de
TLDRDer ÖVP-Fraktionschef August Wöginger tritt nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs zurück. Ihm wurde vorgeworfen, einem ÖVP-Politiker unrechtmäßig eine Stelle als Finanzamtsleiter im Oberösterreich verschafft zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe und Geldstrafe. Wöginger kündigte Berufung an und bleibt Abgeordneter.
InhaltAugust Wöginger soll einem ÖVP-Politiker eine leitende Stelle arrangiert haben. Der Fraktionschef wurde dafür verurteilt, jetzt will er zurücktreten. Der Fraktionschef der konservativen österreichischen Kanzlerpartei, August Wöginger, hat nach seiner Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs seinen Rücktritt angekündigt. Das Landgericht Linz verurteilte den ÖVP-Politiker zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 43.200 Euro. Dies berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Demnach will Wöginger zwar als Fraktionschef abtreten, jedoch weiter Abgeordneter im österreichischen Parlament bleiben. Wöginger war angeklagt, für einen ÖVP-Bürgermeister interveniert zu haben, damit dieser die Leitung eines Finanzamtes im Bundesland Oberösterreich übernehmen konnte. Nach Ansicht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde der Bürgermeister trotz geringerer Eignung aufgestellt. Wöginger beteuert weiterhin seine Unschuld. Er kündigte Berufung gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil an. In einer früheren Phase des Verfahrens war der Politiker mit einer Geldstrafe, aber ohne strafrechtliche Verurteilung davongekommen. Diese sogenannte Diversion, die es als Form der Prozessbeilegung in Deutschland nicht gibt, wurde jedoch vom Oberlandesgericht Linz aufgehoben. Deshalb wurde das Verfahren fortgesetzt. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.