Datum04.05.2026 16:36
Quellewww.zeit.de
TLDRZwei US-Kriegsschiffe sind im Rahmen von "Project Freedom" in den Persischen Golf eingefahren, um die "Freiheit der Schifffahrt" in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu gewährleisten. Laut US-Militär hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe dank der Zerstörer erfolgreich die Meerenge passiert. Der Iran bestreitet dies und behauptet, ein US-Kriegsschiff am Einfahren gehindert zu haben. Der Einsatz erhöht die Spannungen und die Gefahr einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Ein Raketenalarm wurde zeitweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgelöst.
InhaltLaut US-Militär sind Kriegsschiffe im Rahmen von "Project Freedom" in den Persischen Golf eingefahren. Zwei Handelsschiffe sollen so die Straße von Hormus passiert haben. Die US-Marine hat nach eigenen Angaben mit der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Befreiung festsitzender Schiffe begonnen. Zwei Lenkwaffenzerstörer seien durch die vom Iran blockierte Straße von Hormus in den Persischen Golf eingefahren, teilte das für Nahost zuständige Regionalkommando Centcom auf dem Portal X mit. Die Schiffe unterstützten die Mission "Project Freedom", hieß es weiter. So wird der US-Marineeinsatz genannt, den Trump angekündigt hatte. Durch den Einsatz der beiden Kriegsschiffe hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe "erfolgreich" die Straße von Hormus passiert. Ziel des Einsatzes soll sein, internationale Schiffe aus der Straße von Hormus hinaus zu "geleiten". Centcom-Kommandeur Brad Cooper sagte, die Unterstützung der Mission sei für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft unerlässlich. Die USA würden dafür 15.000 Soldaten, mehr als 100 Flugzeuge sowie Kriegsschiffe und Drohnen einsetzen. "Die amerikanischen Streitkräfte unterstützen aktiv die Bemühungen, die Durchfahrt für die Handelsschifffahrt wiederherzustellen", hieß es in der Mitteilung. Der Einsatz erhöht die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der strategisch wichtigen Meerenge. Zuvor hatte die Regierung in Teheran noch erklärt, sie habe ein US-Kriegsschiff an der Einfahrt in den Golf gehindert. Das wurde vom US-Militär dementiert. Ein ranghoher iranischer Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Iran habe einen Warnschuss abgegeben. Es sei unklar, ob das Kriegsschiff beschädigt worden sei. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete, zwei Raketen hätten das Schiff nahe dem Hafen von Dschask am südlichen Eingang der Meerenge getroffen. Das US-Militär wies die Berichte als falsch zurück. Ein Vertreter des iranischen Militärs hatte nach der Ankündigung von US-Präsident Trump zu "Project Freedom" mit Angriffen auf das US-Militär gedroht, sollte es sich der Straße von Hormus annähern oder in sie einfahren. Kurz nach der berichteten Durchfahrt der US-Schiffe war in den Vereinigten Arabischen Emirate erstmals seit Beginn der Waffenruhe vorübergehend ein Raketenalarm ausgelöst worden. Die lokalen Behörden wiesen Einwohnerinnen und Einwohner an, umgehend Schutz zu suchen. Berichte über Opfer oder Schäden gab es nicht, später wurde Entwarnung gegeben. Die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim meldete zudem, dass die iranische Armee in der Straße von Hormus eine neue Kontrollzone festgelegt habe. Tasnim veröffentlichte dazu beim Onlinedienst Telegram eine Karte, die den Bereich ausweist. Sie reicht demnach von der iranischen Insel Gheschm südlich im Persischen Golf bis nach Umm al-Kaiwain an die Nordwestküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Weiter östlich im Golf von Oman definiert die iranische Marine das Kontrollgebiet vom iranischen Küstenort Kuh-e Mobarak südlich bis zur emiratischen Hafenstadt Fudschaira.