Hantavirus: WHO sieht geringe Gefahr nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

Datum04.05.2026 14:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDrei Todesfälle, mutmaßlich durch Hantavirus, auf der MV Hondius führen zu Quarantäne. Kap Verde verweigert den Passagieren die Ausschiffung aus Seuchenschutzgründen. Die WHO schätzt die Gefahr für die Allgemeinheit als gering ein und rät von Reisebeschränkungen ab. Eine Infektion ist bislang nur bei einem britischen Passagier bestätigt, ein Deutscher ist unter den Toten.

InhaltAuf einem Kreuzfahrtschiff ist das Hantavirus ausgebrochen, unter drei Toten ist wohl ein Deutscher. Die WHO mahnt zur Ruhe, Kap Verde lässt die Passagiere nicht an Land. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnt nach drei Todesfällen auf einem Kreuzfahrtschiff, mutmaßlich infolge eines Ausbruchs des Hantavirus, zur Ruhe. "Die Gefahr für die allgemeine Bevölkerung bleibt weiterhin niedrig", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Es gebe "keinen Anlass zur Panik oder zu Reisebeschränkungen". Infektionen mit Hantaviren seien selten und würden normalerweise durch Kontakt mit infizierten Nagetieren ausgelöst.  Zuvor sind auf dem Schiff MV Hondius drei Menschen gestorben. Einer von ihnen ist nach Angaben des Schiffseigentümers Oceanwide Expeditions ein Deutscher oder eine Deutsche. Drei weitere Personen sind erkrankt. Das Hantavirus ist demnach bislang nur bei einem der Erkrankten, einem britischen Mann, nachgewiesen worden. Dieser werde derzeit in Südafrika intensivmedizinisch versorgt. Bei den anderen Betroffenen handelt es sich nach WHO-Angaben um Verdachtsfälle. Das Schiff war Berichten zufolge vor etwa drei Wochen mit rund 150 Passagieren in Argentinien gestartet und befindet sich derzeit vor dem afrikanischen Inselstaat Kap Verde im Atlantik. Die dortigen Behörden weigern sich trotz der Angaben der WHO, die Passagiere an Land zu lassen. Die MV Hondius erhalte keine Erlaubnis, im Hafen der Hauptstadt Praia anzulegen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima. "Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" müssten die Passagiere an Bord des Schiffes bleiben.  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.