Start-ups: Deutsche Start-ups sammeln 1,7 Milliarden Euro bei Investoren ein

Datum04.05.2026 12:49

Quellewww.zeit.de

TLDRDeutsche Start-ups sammelten im ersten Quartal 1,7 Milliarden Euro von Investoren, eine Steigerung von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Wachstum, das nicht auf einzelnen Großfinanzierungen beruhte, wurde maßgeblich durch internationale Investoren, insbesondere aus den USA, getragen. Fast drei Viertel der Mittel stammten aus dem Ausland, was das Vertrauen in den deutschen Gründungsstandort unterstreicht. Die Gesundheits- und Finanzbranche führten, gefolgt von KI-Start-ups, die ebenfalls eine Rekordbeteiligung am Marktvolumen zeigten, obwohl ihre Finanzierung geringer ausfiel als in den USA.

InhaltTrotz der Wirtschaftslage haben deutsche Start-ups zuletzt mehr Geld eingesammelt. Investoren gaben im ersten Quartal sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Deutsche Start-ups haben trotz der aktuellen Wirtschaftslage mehr Investitionen im ersten Quartal eingesammelt. In den ersten drei Monaten bekamen Wachstumsfirmen 1,7 Milliarden Euro von Investoren wie Fonds und Konzernen, teilte die Förderbank KfW mit. Das seien sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. "Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes", hieß es. Zudem spielten internationale Investoren, vor allem aus den USA, eine größere Rolle. Über drei Viertel der investierten Mittel stammten aus dem Ausland, nach je rund zwei Dritteln in den beiden vorangegangenen Quartalen. "Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich", sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Das zeige das anhaltende Vertrauen internationaler Kapitalgeber in den deutschen Technologie- und Gründungsstandort. Die meisten Deals in Deutschland schlossen Start-ups aus der Gesundheitsbranche ab mit 18 Prozent, gefolgt von Finanzfirmen mit knapp über 15 Prozent. Auch deutsche Start-ups, die auf KI-basierte Anwendungen setzen, sammelten im ersten Quartal in 71 Finanzierungsrunden 967 Millionen Euro ein. Mit einem Anteil von 58 Prozent am gesamten Marktvolumen überstieg der KI-Anteil im ersten Quartal den Durchschnitt 2025 von rund 43 Prozent deutlich. Die KfW-Zahlen zeigen jedoch auch, dass KI-Firmen in anderen Ländern deutlich mehr Gelder einsammelten. In den USA erhielten allein vier KI-Marktführer im ersten Quartal zusammen 188 Milliarden Dollar. Auch in Großbritannien und in Frankreich bekamen KI-Start-ups Milliarden-Finanzierungen. Insgesamt ist die deutsche Start-up-Branche in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Für große Summen sind deutsche Start-ups meist auf US-amerikanische Investoren angewiesen, aufstrebende Firmen zieht es daher oft an US-Börsen. Hierzulande werden laut früheren Angaben des Startup-Verbands rechnerisch 90 Euro pro Einwohner in Wagniskapital investiert, in den USA seien es mit umgerechnet 510 Euro fast sechsmal so viel. Großanleger wie Versicherungen investieren in Deutschland oft nur beschränkt in Wagniskapital.