Onlinedienst X: SPD, Linke und Grüne verlassen X

Datum04.05.2026 11:03

Quellewww.zeit.de

TLDRSPD, Linke und Grüne legen ihre X-Accounts still, da die Plattform Desinformation fördere und politische Debatten untergrabe. Die Parteien kritisieren, dass X zu einem "Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur" geworden sei. Sie wollen künftig andere digitale Instrumente für den Austausch nutzen, wie zum Beispiel Bluesky. Die Entscheidung wurde von der politischen Geschäftsführerin der Grünen initiiert.

InhaltIn einer koordinierten Aktion haben SPD, Linke und Grüne angekündigt, ihre X-Accounts stillzulegen. Die Plattform fördere Desinformation anstatt politische Debatten. SPD, Grüne und Linke wollen den Onlinedienst X des US-Milliardärs Elon Musk nicht mehr nutzen. Ihren Abschied gaben die Parteien in koordinierten Postings mit dem Hashtag "WirverlassenX" auf der Plattform bekannt. Die drei offiziellen Parteiaccounts sowie die drei Accounts der zugehörigen Bundestagsfraktionen sollen demnach eingestellt werden. In den Ankündigungen schreiben die Parteien: "X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr." Mehrere Parteimitglieder der Linken kündigten außerdem an, ihre persönlichen Accounts ebenfalls zu schließen, unter anderem Parteichef Jan van Aken. Auch die Grünenvorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak, sowie die Fraktionschefs Katharina Dröge und Britta Hasselmann werden ihre persönlichen X-Accounts stilllegen. Nach einem Bericht von Table.Media war die Aktion von der politischen Geschäftsführerin der Grünen, Pegah Edalatian, initiiert worden. Nach ihren Worten ist X mittlerweile zu einem "Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur" geworden. Den einzelnen Parteigliederungen und -mitgliedern stehe es aber "natürlich frei, selbst zu entscheiden, ob sie auf X bleiben wollen", sagte Edalatian. Für Debatten im digitalen Raum wollen die Parteien künftig andere Instrumente nutzen, etwa den Kurznachrichtendienst Bluesky. Der Kurznachrichtendienst X, der unter dem Namen Twitter bekannt geworden war, steht seit der Übernahme durch Elon Musk im Jahr 2022 zunehmend in der Kritik. Nachdem der umstrittene Techmilliardär die Plattform für etwa 44 Milliarden Dollar gekauft hat, zogen sich immer mehr Unternehmen, Politiker und Prominente von X zurück.