Datum04.05.2026 11:17
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Tankrabatt sollte 17 Cent pro Liter einsparen, doch die Spritpreise sind nur geringfügig gesunken. Super E10 liegt 10,9 Cent, Diesel 11,1 Cent unter den Preisen vor dem Rabatt. Mineralölkonzerne geben die Steuersenkung nicht vollständig weiter, obwohl Rohölpreise niedriger sind. Der ADAC fordert eine stärkere Entlastung. Schwankungen zwischen Tankstellen und Regionen sind groß. Der Rabatt gilt bis Ende Juni.
InhaltMit dem Tankrabatt fallen 17 Cent Energiesteuer pro Liter Benzin weg. Auf die Spritpreise setzt sich das allerdings nicht voll um – die steigen bereits wieder. Die Preise für Diesel und Benzin sind über das Wochenende im Schnitt deutlich gestiegen. Das zeigen die Zahlen des ADAC. Ein Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt demnach 2,017 Euro. Für einen Liter Diesel mussten 2,104 Euro bezahlt werden. Gegenüber dem Vortag sei dies ein Anstieg um 1,4 beziehungsweise 1,1 Cent. Der Vergleich mit den Tagesdurchschnitten vom Sonntag mit dem letzten Tag vor dem Tankrabatt zeigt: E10 ist derzeit nur 10,9 Cent billiger, Diesel 11,1 Cent. Das ist deutlich weniger als die Steuerermäßigung von 16,7 Cent pro Liter, die am 1. Mai in Kraft trat. Der ADAC kritisierte, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung nicht komplett an die Kunden weitergäben. Ein Anstieg der Rohölpreise kann die Entwicklung laut dem Automobilklub nicht erklären. Tatsächlich sei der Rohölpreis derzeit niedriger als Ende April. Der ADAC fordert deshalb, dass die Preise so weit fallen, dass sie um mehr als 16,7 Cent unter den Preisen vor Einführung des Tankrabatts liegen. Zwischen den einzelnen Tankstellen gibt es derzeit dennoch spürbare Preisunterschiede. Einzelne Betreiber boten am Montagmorgen sowohl Diesel als auch E10 für weniger als 2 Euro an. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise bei der einzigen erlaubten Erhöhung am Mittag in der Regel stark an – oft um deutlich mehr als 10 Cent. Bis zum nächsten Vormittag fallen sie dann wieder relativ stark. Die Preiskurven variierten gerade stärker als sonst, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. "Manche Tankstellen haben die Preise sehr stark erhöht, andere nicht oder fast gar nicht." Am Samstagvormittag lag das Niveau in Süddeutschland etwa im Schnitt 5 bis 7 Cent geringer als in Mittel- und Norddeutschland, erläuterte das Amt. Grund seien regionale Unterschiede bei Raffinerie- und Großhandelspreisen. Der Steuerrabatt zur Entlastung angesichts der stark gestiegenen Spritpreise infolge des Irankriegs soll für zwei Monate gelten. Konkret fällt bis Ende Juni die Energiesteuer von 14,04 Cent je Liter weg, auf die damit auch keine Mehrwertsteuer mehr anfällt. Die knapp 17 Cent, die dem Staat dadurch bei jedem Liter entstehen, könnten sich zu Steuerausfällen von bis zu 1,6 Milliarden Euro summieren. Die Preise werden jedoch von den Mineralölkonzernen gesteuert. Der Tankrabatt verpflichtet sie nicht zu bestimmten Reduzierungen. Allerdings haben die Regierungsparteien mehrfach betont, dass die volle Summe bei den Autofahrerinnen und Autofahrern landen müsse. "Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung", sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor dem Start des Tankrabatts. SPD-Fraktionsvize Armand Zorn verlangte: "Die Abzocke muss enden, und zwar schnell."