Rekordwert in Deutschland: Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt

Datum04.05.2026 11:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Kaiserschnittrate in deutschen Kliniken hat mit 33 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Seit 1991 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt. Es gibt erhebliche regionale Unterschiede, wobei Hamburg die höchste Rate aufweist und Sachsen die niedrigste. Im Jahr 2024 entbanden die meisten Frauen auf natürlichem Wege (60,1 Prozent), während Saugglocken bei 6,7 Prozent und Geburtszangen bei 0,2 Prozent eingesetzt wurden. Rund 12.900 Hebammen und Entbindungspfleger leisteten Geburtshilfe in Krankenhäusern.

InhaltDie Kaiserschnittrate in deutschen Kliniken erreicht ein Allzeithoch. Seit der Wiedervereinigung hat sich der Anteil mehr als verdoppelt. Dabei zeigen sich erstaunliche regionale Unterschiede. Noch nie seit der Wiedervereinigung wurden in Deutschland mehr Kinder in Kliniken per Kaiserschnitt geboren. Mit 33 Prozent erreichte der Anteil der Kaiserschnitte an den Klinik-Geburten den seither höchsten Wert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 654.600 Frauen haben 2024 im Krankenhaus entbunden, 215.900 von ihnen per Kaiserschnitt. Seit 1991 hat sich die Kaiserschnittrate der Statistik zufolge mehr als verdoppelt: Damals waren nur 15 Prozent aller Klinikgeburten ein Kaiserschnitt. "In Bezug auf die Geburtshilfe  gibt es in Deutschland große regionale Unterschiede", so die Statistiker. Am höchsten war der Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt in Hamburg mit 36,4 Prozent. Es folgte das Saarland mit einer Kaiserschnittrate von 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent. Den niedrigsten Anteil von Kaiserschnitten an den Klinik-Geburten gab es in Sachsen (27,4 Prozent), gefolgt von Brandenburg (27,6 Prozent) und Berlin (29,9 Prozent). Neben dem Kaiserschnitt gibt es noch weitere, wenn auch seltener angewandte Methoden der Geburtshilfe, wie das Amt anlässlich des Internationalen Hebammentags am 5. Mai berichtet. Eine Saugglocke wurde bei 6,7 Prozent der Entbindungen im Jahr 2024 eingesetzt, eine Geburtszange bei 0,2 Prozent der Entbindungen. 60,1 Prozent der Frauen im Krankenhaus haben auf natürlichem Weg entbunden. Hebammen und Entbindungspfleger  spielen bei Geburten sowie der Begleitung von Frauen während und nach der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Im Jahr 2024 leisteten rund 12.900 Angehörige dieses Berufsstands Geburtshilfe in deutschen Krankenhäusern. Das waren 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 89 Prozent waren fest angestellt, der Rest waren sogenannte Belegkräfte. An bestimmten Tagen im Jahr werden in Deutschland deutlich weniger Kinder geboren als man erwarten würde. Das hat mehrere Gründe. Lesen Sie hier die große SPIEGEL-Datenanalyse.